Anmerkungen zur GeForce 6800

Eindrücke und Bilder von der nVidia GeForce 6800 Veranstaltung in Genf

Mit viel Aufwand zelebrierte nVidia gestern die Präsentation des NV40 Grafikchips bzw. die Ankündigung der GeForce 6800 Grafikkarten. Für die europäischen Medienvertreter und Partner fand eine Veranstaltung in Genf in der französischen Schweiz statt. Trotz der schon unter Geheimhaltung vorab verschickten Informationen gab es noch einiges Neues zu erfahren. Der wichtigste Punkt war wohl der bis dato nicht bekannte Unterschied zwischen GeForce 6800 und 6800 Ultra – sowohl von den Features als auch vom Preis. Waren GeForce FX5900 und FX5900 Ultra noch mit dem gleichen Grafikchip ausgestattet (NV35) und unterschieden sich nur bei den Taktfrequenzen, so sieht das bei der neuen Generation etwas anders aus.

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Zwar basiert natürlich auch die GeForce 6800 auf dem NV40, verfügt aber nur über 12 statt 16 Pipelines wie die 6800 Ultra. Darüberhinaus wird die 6800 Non-Ultra ’nur‘ mit 128MB DDR1 Speicher ausgestattet, während die Ultra-Version mit 256MB GDDR3 SDRAM kommt. Später soll es auch noch ein Modell mit 512MB GDDR3 geben, aber in diesem Punkt hielt sich nVidia noch bedeckt.
Die Preisdifferenz von 200 Euro zwischen GeForce 6800 (€349) und 6800 Ultra (€549) lässt aufhorchen. So groß würde man den Leistungsunterschied anhand von Features und Ausstattung gar nicht vermuten. Da aber über die Taktraten der Non-Ultra noch nichts bekannt ist, muss man wohl einfach abwarten. Die GeForce 6800 Ultra dürfte mit 400 MHz Chip- und 550 MHz RAM-Takt laufen.
Auf die Frage, warum nVidia mit der neuen Generation auf die Bezeichnung ‚FX‘ verzichtet, wurde auf die Marktakzeptanz verwiesen. ‚GeForce‘ ist als Marke inzwischen weit verbreitet und bekannt, aber das ‚FX‘ erschien wohl überflüssig. Für die Spieleentwickler ist es nach eigenen Angaben beispielsweise einfacher, auf die Kompatibilität zur “GeForce 6“ zu verweisen. Man spart sich einen Namenszusatz.
Die zwei DVI-Anschlüsse der GeForce 6800 Ultra Referenzkarte sind übrigens lediglich eine Empfehlung an die Grafikkartenhersteller. Diesen bleibt es überlassen, wie sie ihre Produkte für den Handel oder den Einsatz in Komplettsystemen ausstatten.
Die Kühlung der GeForce 6800 Ultra von nVidia blockiert entgegen ersten Erwartungen nun doch einen direkt neben dem AGP-Steckplatz liegenden PCI-Slot. Allerdings sprechen die ersten Erfahrungen von einer recht leisen Kühlungslösung. Dies ist nicht unwichtig, da zumindest die ersten Retail-Varianten wohl mit genau diesem Referenzkühler ausgestattet sein werden. Einige der (kleineren) Hersteller werden außerdem wie üblich gar keine eigene Lösung anbieten, sondern komplett auf das Referenzdesign setzen.
nVidia stellte auch noch einmal heraus, wie es um die Unterstützung der jetzt schon integrierten Shader Model 3.0 steht. Dies sei bereits in der aktuellen DirectX 9.0 Version integriert, aber noch nicht nutzbar. Mit einer voraussichtlich in Kürze erhältlichen Version DX 9.0c wird sich das aber ändern. Weiterhin wurde eine Liste der bald erhältlichen Spiele gezeigt, die Pixel und Vertex Shader 3.0 unterstützen (siehe Bild). Hier geht die Entwicklung eventuell doch schneller in Richtung 3.0 als erwartet. Trotzdem werden alle Games natürlich auch auf älterer Hardware – mit etwas eingeschränkter Qualität – und auf Grafikkarten der Konkurrenz laufen. Etwas anderes können sich die Spieleentwickler auch nicht erlauben.

Der Fahrplan von nVidia sieht übrigens vor, dass die GeForce 6800 Ultra gegen Ende Mai in den Handel kommt. Konkurrent ATI Technologies wird in Kürze ebenfalls seine neue Generation von Grafikkarten präsentieren. Wir sind gespannt, wer es als erster mit seinen neuen Produkten auf den Markt schafft…

Weitere Infos und Bilder vom nVidia-Event sind übrigens im Forum zu finden.

GeForce 6800 Ultra Referenzkarte
Unterschiede von GeForce 6800 und 6800 Ultra
Shader Model 3 Spiele

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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