nVidia lässt SLI auferstehen

Zwei PCIe Grafikkarten im Dual-Betrieb für nahezu doppelte Leistung?

Die Computer- und Spiele-Veteranen werden sich erinnern… 1997 schaffte 3dfx eine kleine Sensation mit dem parallelen Einsatz von zwei Voodoo2 Grafikkarten. Per “Scan Line Interleaving“ (SLI) und durchgeschleiftem Signal wurde die Last bei der Bilddarstellung in 3D-Anwendungen gleichmäßig auf die beiden Grafikkarten verteilt. So wurde eine für damalige Verhältnisse hervorragende Performance bei hohen Auflösungen ermöglicht. Einen etwas anderen Ansatz verwendete ATI Technologies bei der Ende 1998 auf den Markt kommenden Rage Fury MAXX Grafikkarte mit zwei Grafikchips. Wurden bei Voodoo2 SLI noch abwechselnd die Bildschirmzeilen von den beiden Grafikkarten berechnet, war bei der ATI-Lösung jeder Grafikchip für jedes zweite Gesamtbild verantwortlich.

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Heute nun lässt nVidia die SLI-Technik für seine GeForce 6 Serie wieder auferstehen, verfolgt dabei aber wieder einen etwas anderen Ansatz.

Die Kalifornier nennen ihre neue Technik, bei dem zwei PCI-Express Grafikkarten parallel betrieben werden, wieder SLI. Dabei steht die Abkürzung jetzt aber für etwas anderes, nämlich “Scalable Link Interface“. Dabei werden die beiden Grafikkarten über eine spezielle Schnittstelle miteinander verbunden. Die Berechnungen werden nun unter den beiden PCIe-Karten aufgeteilt, wobei eine den oberen Teil des Bildschirms und die andere den unteren Teil übernimmt. Die Last muss dabei nicht immer gleichverteilt bleiben, sondern kann sich auch verschieben. Bei nVidia heißt das “Symmetric Multi-Rendering with Dynamic Load Balancing“. Neben den zwei PCIe-Grafikkarten und der Verbindungsbrücke sind eine SLI-Konfiguration und die Lastverteilungsalgorithmen spezielle Treiber erforderlich, die momentan noch nicht erhältlich sind.

Unabhängige Leistungsdaten eines GeForce 6800 SLI Systems fehlen derzeit noch, aber nVidia spricht von einem Performance-Gewinn von über 87%. Was dies für die Praxis und den Einsatz in realen Spielen bedeutet, ist noch offen. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass zwei GeForce 6800 oder 6800 GT PCIe-Grafikkarten schneller sein werden als eine einzelne GeForce 6800 Ultra oder Extreme.

Wer sich ein solches System anschaffen möchte, darf tief in die Tasche greifen, denn die Vorraussetzungen für nVidia SLI sind hoch. Neben den zwei GeForce 6800 PCI-Express Grafikkarten (oder auch der Quadro-Version der GeForce 6 Serie für Workstations) ist ein Mainboard mit zwei x16 PCIe Steckplätzen erforderlich. Die neuen 915 und 925 Desktop-Chipsätze von Intel (Grantsdale und Alderwood) bieten dies nicht, deshalb muss man auf den heute ebenfalls vorgestellten Intel E7525 (Tumwater) Chipsatz für Workstations setzen. Dieser wiederum benötigt mindestens einen teuren Intel Xeon Prozessor, denn für herkömmliche Pentium 4 CPUs ist der Tumwater nicht vorgesehen.

GeForce 6800 SLI onboard
GeForce 6800 SLI mit Verbindungsbrücke
Verbindungsbrücke für nVidia SLI
nVidia SLI mit Quadro Workstation-Grafikkarten

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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