Ein Terabyte auf einer CD?

Neue Laser-Technologie verspricht ernorme Kapazitäten in einigen Jahren

Optische Medien wie CDs oder DVDs werden vermutlich in einigen Jahren ein Vielfaches der heutigen Speicherkapazität besitzen. Das ist soweit nichts Neues und bei den Entwicklungen in diesem Bereich zu erwarten. Konkrete Vorhersagen sind allerdings meist schwierig. Ein internationales Forscherteam aber hat diese Woche eine neue Methode der optischen Speicherung vorgestellt, mit der voraussichtlich ab dem Jahre 2010 auf einer Scheibe in herkömmlicher DVD-Größe bis zu einem Terabyte an Daten untergebracht werden können.

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Dabei geht die “Multiplexed Optical Data Storage“ (MODS) einen anderen Weg als z.B. die schon im nächsten Jahr erwartete Blu-Ray Disc. Statt den bisher bei DVD-Laufwerken eingesetzten roten Laser verwendet man bei Blu-Ray (wie der Name schon andeutet) blaues Licht mit kürzerer Wellenlänge. Dadurch können kleinere Bereiche auf einer Disc abgetastet werden, was die Kapazität pro Scheibe erhöht. Bei Blu-Ray Medien sind das bis zu 100 GB (doppel-lagig, doppel-seitig).
Die MODS-Entwickler setzen dagegen nicht auf einen Laser mit noch kürzerer Wellenlänge, sondern auf dessen Polarität bzw. Reflektionsintensität. Statt pro Speicherpunkt auf einem Disc-Layer nur ein Bit (0 oder 1) zu speichern und auszulesen, soll dort die zehnfache Menge abgelegt werden! Erreicht werden soll dies durch unterschiedliche Neigungswinkel der Reflektionsfläche. Der Laser wird dadurch in unterschiedlicher Intensität zurückgeworfen statt entweder gar nicht (0) oder voll (1). Nach Angaben der Forscher kann man zehn verschiedene Winkel pro ‚Pit‘ erreichen, die damit also 10 Bits an Informationen speichern können.
In einem einzigen Layer sollen so 250 GB abgelegt werden können. Auf einer zweiseitigen Double-Layer Disc wird dadurch ein Terabyte erreicht.
Allerdings sind noch einige Fragen offen. Die Forscher des Imperial College in London, die MODS gemeinsam mit Physikern der Universitäten von Neuchâtel, Schweiz, und Thessaloniki, Griechenland, entwickelt haben, suchen derzeit noch nach Geldgebern, um die Technologie in den nächsten fünf Jahren zu perfektionieren und produktionsreif zu machen. Dies könnte teuer werden, denn optische Speicherung auf der Basis der Polarität von Licht ist nach Angaben von Spezialisten typischerweise schwierig zu implementieren. Außerdem haben die Forscher bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden, wie ein erschwinglicher MODS-Brenner für den Hausgebrauch hergestellt werden könnte.

Quelle: NewScientist.com

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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