Xbox 360: Die finale Hardware

Komplement zum Media Center

Microsoft hat seine neue Konsole vor allem auf Spiele ausgelegt, Mulitmediafeatures wie das Abspielen von Vides wurden stark beschränkt. Digitale Schnittstellen für Monitore und TV-Geräte fehlen vollkommen, kopiergeschützte High-Definition (HD)-Inhalte wird man mit der Konsole also entweder gar nicht oder nur in reduzierter Auflösung ansehen können. Ein DVD-Player ist integriert und erlaubt das Abspielen von MPEG 1 und 2. Andere beliebte Formate wie MPEG-4, das in Divx und Xvid zum Einsatz kommt, oder H.264 werden von der Konsole nicht unterstützt.

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Laut Microsoft besteht die Möglichkeit, über spätere Firware-Updates Codecs nachzurüsten. Firware-Updates können von Spielen oder dem Online-Dienst auch automatisch ohne Einfluss des Anwenders aufgespielt werden. Dies ist einer der Maßnahmen, mit denen Microsoft die Chancen der Hacker auf eine erfolgreiche Kompromittierung der Konsole verringern will.

Über eine Streaming-Verbindung per LAN oder WLAN lassen sich von einem mit der „Windows Media Center Edition“ (MCE) ausgerüsteten PC Filme im WMV-HD-Format abspielen, allerdings hat die Konsole keine Unterstützung für das eingesetzte DRM, es lassen sich also nur Kopierschutz-freie Filme abspielen. Von einem PC mit Windows XP aus lassen sich nur Fotos und Musik auf die Konsole streamen.

Zwei USB-Anschlüsse an der Front und einer an der Rückseite erlauben den Anschluss von MP3-Playern, PSPs, USB-Sticks, Digitalkameras oder externer Festplatten. Von diesen Geräten lässt sich Musik abspielen (MP3, WAV oder WMA) oder Fotos als Diashow zeigen. Die Musik lässt sich auch als Soundtrack beim Spielen verwenden. Ein überspielen der Musik oder sonstiger Daten über USB auf die interne Festplatte ist allerdings nicht möglich. Das Abspielen von Filmen über den USB-Anschluss wurde auch unterbunden.

Die Spiele für die Xbox werden in einer Auflösung von 1280 × 720 (720p) entwickelt, für Endgeräte stehen 640 × 480, 848 × 480, 1024 × 768, 1280 × 720, 1280 × 768, 1360 × 768, 1920 × 1080 (1080i) zur Auswahl. Auflösungen größer als 720p werden allerdings nur hochskaliert. Die Farbtiefe reicht bis zu 64bit.

Im Gehäuse der Xbox 360 arbeiten 3 Lüfter gleichzeitig, die abhängig von der Prozessorlast angesteuert werden. So ist die Konsole bei aufwändigen Spielen lauter als im DVD-Betrieb, soll aber insgesamt leiser sein als die alte Xbox.

Der Kontroller wird entweder mit Kabel oder drahtlos angeboten. Letzere Variante wird durch einen migeliefeten Akku oder zwei Mignonbatterien betrieben, 30 Stunden lang soll man mit einer Ladung spielen können. Ein leerer Akku soll aber kein Hindernis darstellen, denn der Controller wird über ein USB-Kabel direkt an der Xbox 360 aufgeladen, und währendessen lässt sich weiterspielen.

Bezüglich der Abwärtskombatibilität mit alten Xbox-Spielen ist noch nichts sicher, derzeit konzentriert sich Microsoft auf die populärsten Xbox-Spiele. Diese werden, sollten sie denn funktionieren, auf der Xbox 360 nicht aufpoliert ähnlich PlayStation Spielen auf der PlayStation 2, sondern genauso aussehen wie auf der alten Konsole. Speicherstände werden sich nicht auf die neue Konsole übertragen lassen.

Markteinführung für Deutschland ist der 2. Dezember, bis Weihnachten sollen zudem 20 bis 40 Spiele erhältlich sein. Die Konsole wird in zwei Versionen in die Läden kommen, die kleine für etwa 300 Euro mit kabelgebundenem Kontroller und ohne Speicherkarten und Festplatte. Wer Spielstände speichern will, wird noch etwa 35 Euro für eine Memory-Card ausgeben müssen. Für etwa 400 Euro soll die Konsole sowohl eine 20 GByte Festplatte, einen drahtlosen Kontroller, eine Fernbedienung und ein Headset mitbringen.

Betrachtet man die Konsole genauer, so merkt man deutlich, dass Microsoft die Multimedia-Funktionen stark beschränkt hat. Für die Konsole existiert zwar eine Fernbediehnung, über die Möglichkeiten eines handelsüblichen DVD-Players kommt sie aber nicht hinaus. Die Konsole soll wohl zum einen keine Konkurrenz zu einem PC mit der „Windows Media Center Edition“ werden, zum anderen ist die Hardware schätzungsweise zu Beginn wieder ein Verlustgeschäft, das durch Verkäufe bei den PC-Spielen und den Online-Dienst „Xbox Live“ oder dem „Marketplace“ Online-Shop wieder amortisiert werden soll. Kunden, die wenig spielen und viele Multimediafunktionen nutzen wollen scheinen da nicht gerne gesehen.

Quelle: Heise

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