Kopierschutz mit kopiertem Code?

Sony Rootkit: Muss der Quellcode offen gelegt werden?

Nachdem die Meldung eines Kopierschutzes von Sony die Runde machte, der ein Rootkit mit Cloaking-Funktion auf dem PC des Kunden installiert, begannen sich auch viele Hacker dafür zu interessieren. Und so wurde die Software vielerorts gründlichst untersucht. Zum Vorschein gekommen scheint, dass bei der Programmierung des Kopierschutzes selbst aus anderer Software kopiert wurde.

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Betroffen ist der unter der GNU Lesser General Public License (LGPL) veröffentlichte MP3-Encoder LAME. Ein Fachmann, der nicht genannt werden möchte, will festgestellt haben, dass die CD „Get Right With The Man“ von „Van Zant“ Strings aus der LAME-Bibliothek version.c enhält. Woher sonst könnten die Strings „http://www.mp3dev.org/“, „0.90“, „LAME3.95“, „3.95“ und „3.95 “ herkommen. (mp3dev.org ist die offzielle Website des LAME Projekts).

Als weiteres Indiz wird genannt, dass ein Array namens „largetbl“ in der Datei Go.exe vorkommt. Dieses kommt auch im Modul tables.c von libmp3lame vor.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, so könnte dies weitreichende Konsequenzen für den Konzern bedeuten. Wer unter der LGPL veröffentlichte Software verändert, muss nicht nur das ursprüngliche Copyright angeben, sondern auch den veränderten Quellcode veröffentlichen (das betrifft in diesem Fall das gesamte Programm). Auch angefallene Objekt-Dateien müssten veröffentlicht werden. Zudem könnten die Entwickler von LAME den Konzern auf Schadensersatz verklagen.

Was in den Quellen der Kopierschutz-Software noch alles zu finden ist, wird diverse Bürgerrechtler und Hacker sicher stark interessieren. Zugleich wird die Frage aufgeworfen, in wie weit ein Konzern, der das „geistige Eigentum“ anderer nicht achtet, sein eigenes „geistiges Eigentum“ mit derart drastischen Methoden „schützen“ sollte.

Quelle: De Winter

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