ATI: Physik per CrossFire

Flexible Multi-VGA Konfigurationen für Physikberechnungen in Spielen

Schon vor einiger Zeit hatte ATI – wie auch nVidia – die Notwendigkeit von Physikbeschleunigerkarten wie die Ageia PhysX angezweifelt. Auf der derzeit in Taiwan stattfindenden Computermesse Computex haben die Kanadier nun ihre Lösung vorgestellt, mit der Spiele um mehr physikalische Effekte bereichert werden sollen. Dabei übernimmt ein Grafikchip die Funktionen des Physikbeschleunigers.

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ATI betont dabei vor allem die Flexibilität seiner Architektur. In einem ATI CrossFire System ist es möglich, z.B. eine Radeon X1900 mit einer X1600 Grafikkarte zu paaren, wobei das weniger leistungsfähigere Modell dann für die physikalischen Effekte sorgt.
In der Zukunft soll es sogar CrossFire Systeme mit drei Grafikkarten geben. Dann übernehmen zwei Karten die 3D-Darstellung auf dem Monitor und die dritte ist für die Physikberechnungen zuständig. Entsprechende Chipsätze und Mainboards mit drei PCI Express Graphics Steckplätzen gibt es allerdings noch nicht.
ATI arbeitet wie nVidia mit Havok zusammen und unterstützt deren speziell auf physikalische Effekte abgestimmte Havok FX Programmierschnittstelle. Spiele mit Unterstützung für Havok FX gibt es allerdings noch nicht, sie sollen aber noch im Sommer erscheinen.
Gegenüber nVidia sieht sich ATI mit seiner Architektur leistungsmäßig im Vorteil, wenn es um physikalische Effekte geht. Die aktuellen Radeon Grafikchips wären mehr auf Parallelität ausgelegt als bei nVidia, was bei Physikberechnungen wichtig sei, so dass man mehr Befehle in kürzerer Zeit abarbeiten könne. Angeblich ist sogar ein ATI RV530 Grafikchip (X1600) bei der Kollisionsberechnung per Pixel Shader den G70 (7800) und G71 (7900) Grafikchips von nVidia deutlich überlegen.
Im Vergleich mit der Ageia PhysX Lösung mit einer zusätzlichen PCI Steckkarte haben Grafikkarten schon aufgrund der deutlich größeren Bandbreite des PCI Express Bus und damit bei der Anbindung an Grafikkarte und Prozessor einen Vorteil. Nach Angaben von ATI ist eine Radeon X1600 XT Grafikkarte bei der Kollisionsberechnung von Objekten rund doppelt so schnell wie eine Ageia PhysX Karte. Eine Radeon X1900 XTX High-End Karte soll sogar neunmal schneller sein.

Da momentan noch so gut wie keine Spiele erhältlich sind, die von einer dedizierten Physikbeschleunigung per PhysX- oder Grafikkarte profitieren, kann man Ankündigungen dieser Art noch mit Abwarten begegnen. Derzeit ist das Aufrüsten nur für bessere physikalische Effekte noch sinnlos und dürfte erst in sechs oder sogar zwölf Monaten wirklich erwägenswert sein. Und dann gibt es bereits wieder neue Grafikkarten und Mainboards…

ATI CrossFire Konfigurationen für Physikberechnungen
Beispiel einer ATI CrossFire Konfiguration für Physikberechnungen mit Radeon X1600 und X1900
ATI vs. nVidia: Architekturvergleich für Physics
Leistungsvergleich ATI vs. nVidia
Leistungsvergleich ATI vs. Ageia

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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