IFA Resümee Tag 3, Teil 3

nVidia und die Linux-Unterstützung

Die Frage, warum manche Hersteller Linux unterstützen und warum ein Hersteller einen bestimmten Aufwand für Linux-Treiber betreibt wird meistens mit positivem Image bei der Community oder frühzeitigem Aufspringen auf Trends beantwortet. nVidia gab uns ein paar Einblicke in die eigene Treiber-Entwicklung und Linux-Politik.

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So beschäftigt nVidia mehr als 100 Programmierer zum Schreiben der Treiber. Diese entwickeln die Features zuerst für Windows. Die Portierung nach Linux wird meistens von kleineren Teams erledigt. Wenn wichtige neue Entwicklungen stattfinden werden diese Teams meist abgezogen und selbst bei der Entwicklung der neuen Features mitzuwirken.

Dies klingt nach einer stiefmütterlichen Behandlung der Linux-Treiber, folgt aber marktwirtschaftlichen Prinzipien. Da der Anteil der Windows-Systeme am Desktop-Markt den von Linux um einige Größenordnungen übersteigt hat die Entwicklung für Windows auch oberste Priorität.

Ein großer Antrieb, auch Treiber für Linux zu entwickeln, sind die Hersteller von Embedded-Systemen, die sich die Lizenzgebühren von Microsoft Windows sparen wollen und daher auf Linux setzen. Gegenüber Sonderwünschen eines Großkundens wie Dell müssen diese dann aber trotzdem zurücktreten.

nVidias Beschleunigung für die Dekodierung von HD-DVD und Blu-ray-Filmen ist übrigens zum Teil schon im Linux-Treiber integriert, obwohl es noch lange dauern wird, bis eine Abspielsoftware für HD-DVD und Blu-ray unter Linux auf den Markt kommt. Denn bisher wurden nur dafür nur drei Hersteller lizensiert (darunter Cyberlink), die aber alle auf Microsoft Windows setzen.

Warum man bei nVidia die Linux-Treiber nicht als Open Source veröffentlicht und damit einen Teil des Entwicklungsaufwandes auf die Open Source-Community überträgt wurde mit der hohen Komplexität der Treiber begründet. Warum man dann nicht weiter intern entwickelt und die Treiber nur unter eine freie Lizenz stellt konnte uns nicht erklärt werden.

Quelle: Eigene

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