Cloud-Gaming als Allheilmittel?

Silicon-Knights-Chef erhofft sich eine Revolution

Der Silicon-Knights-Geschäftsführer Denis Dyack scheint Cloud-Computing als Allheilmittel für die Spiele-Szene zu betrachten: „Cloud-Gaming ist ein Gewinn für alle“, freut sich Dyack. Er glaubt, dass Cloud-Gaming alle Probleme der Videospiele-Industrie lösen könnte, da etwa Raubkopien drastisch eingeschränkt würden. Bei Cloud-Gaming lagern die Spiele auf zentralen Servern und die Daten werden erst als eine Art interaktiver Stream an die jeweiligen Rechner gesendet. Da alles zentral gespeichert wird, sind Raubkopien im Grunde unmöglich.

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Außerdem eliminiere Cloud-Gaming laut Dyack aus Entwicklersicht den Zwang sich mit zahlreichen Hardware-Konfigurationen auseinanderzusetzen, weil einheitliche Technik auf Server-Farmen bereitstünde. So könnten sich die Entwickler stärker den eigentlichen Spielinhalten widmen.

Publisher dürfte ebenfalls freuen, dass auch der Gebrauchtmarkt durch Cloud-Gaming aussterben würde. Dyack sieht Cloud-Gaming nicht als Monopol, sondern als eine standardisierte Plattform, die allen Entwicklern offen steht. Auch den Käufern würde dies entgegenkommen, da jedes Spiel einfach für eine einzige Plattform erhältlich wäre und Kaufentscheidungen damit vereinfacht werden.

Teilweise blendet Dyack allerdings Probleme aus: Sollten Firmen ihr Angebot einstellen müssen oder Software-Fehler entstehen, wären mit einem Mal die gesamten Spieledaten der Nutzer verloren. Außerdem würde die Modding-Szene eventuell aussterben, da diese keinen Zugriff mehr auf Spieledaten hätte. Zwar ist der Gebrauchmarkt den Studios ein Dorn im Auge, doch sicher verkaufen viele Spieler ältere Titel und investieren das Geld wieder in neue Spiele. Ob Cloud-Gaming demnach ein Allheilmittel für die Industrie darstellt, muss sich in der Praxis erst beweisen – Vorteile und Nachteile wiegen in etwa gleich schwer.

Quelle: bit-tech

André Westphal

Redakteur

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