Details zu AMD Northern Islands

Was steckt hinter den Codenamen und was ist neu bei Radeon HD 6000

Bislang ist noch wenig bekannt über die in den nächsten Monaten – wahrscheinlich Oktober – erscheinende AMD Radeon HD 6000 Serie. Auch über die Codenamen gab es einige Verwirrung. Da wurden mal die „Northern Islands“, mal die „Southern Islands“ genannt. Jetzt gibt es eine (inoffizielle) Aufklärung mit Details zur nächsten Radeon Generation und dabei wird auch genannt, welche Veränderungen AMD an der Architektur vorgenommen hat.

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Demnach kommt zuerst die „Northern Islands“ Serie von Grafikkarten. Die Grafikchips werden wie gewohnt noch in 40-Nanometer-Technik gefertigt, weil Auftragsfertiger TSMC die Produktion mit 32 Nanometer Strukturbreite verworfen hat und stattdessen gleich auf 28 nm umsteigt – allerdings erst nächstes Jahr. Und hieraus entstehen dann die „Southern Islands“, AMDs Grafikkartengeneration 2011, deren Chips in 28-nm-Technik hergestellt werden.
Zurück zu den Northern Islands (NI): Bekanntlich sind diese Grafikchips eine Weiterentwicklung der „Evergreen“ Serie, die aktuell als Radeon HD 5000 Familie auf dem Markt ist. Trotzdem soll sich wohl auch grundlegend etwas an der Architektur bzw. dem Aufbau der Shader ändern. Evergreen basiert auf Shadern bzw. Stream-Einheiten, die – vereinfacht ausgedrückt – aus vier einfachen und einem komplexen Teil bestehen. Für NI wird dies auf vier durchschnittlich komplexe Teile geändert.
Damit sollten die NI-Chips bei den einfachen Berechnungen (die überwiegend auftreten) nicht langsamer sein als Evergreen, bei komplexen Aufgaben aber schneller, da es nun mehr komplexere Einheiten gibt.
Die tatsächliche Mehrleistung dürfte von Anwendung zu Anwendung bzw. Spiel unterschiedlich sein.
Da die Shader bei NI nicht mehr aus 4+1, sondern nur noch aus vier Teilen bestehen, benötigen sie weniger Fläche auf dem Chip, was allerdings durch die höhere Komplexität wieder etwas, aber wohl nicht ganz ausgeglichen wird. Da es auch mehr Shader-Einheiten geben wird, werden die NI-Grafikchips voraussichtlich 10 bis 15 Prozent größer als die Evergreen Chips. Da die Leistungsfähigkeit der einzelnen Shader steigt, dürfte die Performance aber überproportional ansteigen.

Derzeit rechnet man mit einer Einführung der AMD Radeon HD 6000 Serie im Oktober mit Verfügbarkeit gegen Ende des Monats.
Es heißt, dass AMD dieses Mal nicht mit den Topprodukten beginnt, sondern überraschenderweise mit der Radeon HD 6700 Serie, gefolgt von 6800 und 6900. Anfang 2011 sollen dann die Mainstream- und Einsteiger-Varianten kommen.
Hier könnte auch der Grund dafür liegen, dass die Radeon HD 5700 Serie in letzten Zeit mehr im Preis gefallen ist als die 5800er. Es sieht fast so aus, als wenn AMD im Bereich zwischen 5700 und 5800 schon Platz schafft für die neuen 6700er.

Quelle: SemiAccurate

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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