Von Kleinkindern und Smartphones

Entwicklung soll durch Smartphones gefährdet sein

In den USA soll die iPhone-Nutzung durch Kleinkinder zunehmend zum Problem werden: Teilweise geben Eltern ihre Smartphones bereits an Kinder ab, die gerade einmal ein halbes Jahr alt sind. Die Kleinkinder sind von den bunten Bildern auf den Smartphones fasziniert, die auf ihre Berührungen reagieren. Die frühe Nutzung kann aber zum Problem werden, wenn die Kinder nicht lernen die Smartphones eingeschränkt zu verwenden und dass es keine reinen Spielzeuge sind. Einige Eltern berichten deshalb von Problemen.

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Etwa berichtet eine Frau, dass ihre kleine Tochter das iPhone ständig haben wolle und teilweise in ihrem Kinderbett verstecke, um es für sich zu behalten. Ihre Tochter würde zwar auch Bilderbücher und andere Spielzeuge lieben, doch das iPhone stünde immer an erster Stelle.

Für Eltern ist das iPhone eine willkommene Möglichkeit die Kinder „ruhig zu stellen“. So berichtet eine andere Mutter sie habe das iPhone etwa als mobilen Fernseher genutzt, um ihre Kinder zu überreden zum Kindergarten zu fahren. Doch dann entstand das Problem, dass sie ihr Smartphone nicht freiwillig zurückbekam.

Für Kleinkinder sind Smartphones generell interessante Objekte: Viele bunte Bilder, die bei Berührung auch noch reagieren – das verspricht Spaß. Eltern sehen die Gadgets wiederum als einfaches Mittel die Kinder zu unterhalten. Zudem richten sich viele Apps sogar ganz gezielt an Kleinkinder.

Jane M. Healy, eine Kinderpsychologin warnt jedoch vor irreführenden Apps, wie etwa Schreib- und Lesehilfen für Kleinkinder: „Die Programme verfehlen das Ziel. Was Kinder im Kleinkindalter brauchen ist Bewegung, sie müssen lernen mit realen Objekten umzugehen, um zu lernen wie sie reagieren. Zudem lernen Kinder nicht zu lesen, indem sie die Buchstaben eines Wortes sortieren. Sie lernen es erst durch Sprache, indem sie sprechen und zuhören. Während des Spielens am iPhone machen die Eltern aber etwas ganz anderes, während die Kinder sich quasi selbst beschäftigen. Das hat mit Sprache nichts zu tun.“

Auch Tovah O. Klein, Leiter eines Zentrums für die Entwicklung von Kleinkindern am Barnard College der Columbia University, äußert Bedenken und glaubt, dass zu starke Nutzung von Smartphones den Erfahrungsrahmen von Kleinkindern einschränkt.

Letzten Endes sollten Eltern ihren Impulsen demnach nicht nachgeben und Kleinkindern ihre Smartphones nicht überlassen. Das spätere Heranführen an Technik ist durchaus erstrebenswert, sollte aber immer in eingeschränktem und kontrolliertem Rahmen stattfinden. Technik kann nicht als Ersatz für persönliche Aufmerksamkeit dienen.

Quelle: NewYorkTimes

André Westphal

Redakteur

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