Enttäuschung um Nokia Lumia

Europäische Mobilfunkanbieter winken ab

Samsung hat Nokia als erfolgreichsten Handy-Anbieter abgelöst. Auch europäische Mobilfunkbetreiber sind offenbar enttäuscht von Nokia bzw. speziell den Lumia-Smartphones mit Microsofts Windows Phone: Vier große Betreiber sollen ausgesagt haben, dass Nokias Lumia-Smartphones in der Beliebtheit nicht mit Apples iPhones oder Samsungs Galaxy-Reihe konkurrieren können. Etwas besser sieht es in den USA aus, wo AT&T erklärt, die Lumias seien bei Kunden bisher erfolgreich. Dennoch hält Nokia auch in den USA gerade einmal 1 % Marktanteil im Smartphone-Segment.

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Die Mobilfunkbetreiber kritisieren insgesamt, dass Nokias Lumia-Modelle für die gebotene Technik zu teuer seien. Zudem schrecke das Betriebssystem viele Kunden ab: „Niemand kommt in ein Geschäft und fragt nach einem Smartphone mit Windows Phone“, winkt ein anoymer Manager eines europäischen Mobilfunkbetreibers ab. Laut derselben Führungskraft habe sich Nokia mit der Verwendung des Microsoft-Betriebssystem in die Ecke gedrängt: „Nokia hat sich selbst gleich zwei Herausforderungen auferlegt: Einmal seinen Ruf durch Smartphones mit guter Hardware wieder herzustellen und einmal mit Microsofts Windows Phone Erfolg zu haben, das auf dem Markt versumpft.“ So würden sich die Lumia-Smartphones mit Android vermutlich besser verkaufen, merkt der anonyme Manager an.

Auch die Testberichte zu den Nokia Lumia sind gespalten: Während viele Reviews das übersichtliche Windows Phone loben, kritisieren andere die Bildschirme und Akkulaufzeiten. In Europa scheitert die Annahme zudem an mangelndem Engagement der Mobilfunkbetreiber, die durch mehr Marketing und höhere Subventionen eventuell mehr Kunden für die Nokia Lumia begeistern könnten. Die Betreiber selbst reichen aber den schwarzen Peter an Microsoft weiter, die mit ihren enormen Geldreserven ebenfalls stärker die Werbetrommel rühren könnten.

Am Ende sind Nokia und Microsoft mit den Lumia-Smartphones aktuell die Außenseiter, die sich entweder mit besonders innovativen Produkten oder massivem Marketing ins Geschäft drängen müssten. Bisher haben die beiden Partner aber laut einem anderen Manager eines Mobilfunkanbieters „weder das eine noch das andere vollbracht“.

Quelle: Reuters

André Westphal

Redakteur

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