Intel: Gesichtserkennung für TV-Spots

Werbung soll auf den Zuschauer zugeschnitten werden

Intel arbeitet an Techniken zur Gesichtserkennung, die in Set-Top-Boxen oder direkt in Fernsehern zum Einsatz kommen sollen. Mithilfe der Gesichtserkennung wäre es möglich, Werbeanzeigen direkt auf die jeweiligen Zuschauer zurecht zu schneiden. Intel hofft, dass die Technik Medienpartner von Intels neuem, virtuellen Fernsehangebot überzeugt. Bisher hat Intel Probleme TV-Anbieter bzw. -Sender für sein Angebot zu begeistern – ein Problem dem auch Apple mit seinem geplanten Fernsehangebot gegenübersteht. Neue Marketing-Möglichkeiten könnten die Situation eventuell kippen.

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Fünf anonyme Quellen aus der TV-Industrie erklären, Intel wolle seine potentiellen Partner neuerdings vor allem mit besagter Gesichtserkennung für sich gewinnen: Die Technik soll in den Set-Top-Boxen Verwendung finden und erkennen, wer gerade vor der Mattscheibe klebt und ob er den Inhalten wirklich zugewandt ist. Im nächsten Schritt könnte Intel die Werbeinhalte direkt auf die jeweilige Person zuschneiden.

Datenschützer werden hier sicherlich hellhörig, doch Intel will rechtliche Probleme damit umgehen, dass die Technik die Personen nur allgemein identifiziert, also beispielsweise deren Alter und Geschlecht erkennt, nicht aber langfristig die Sehgewohnheiten abspeichert. Für Marketing-Macher wäre diese Technik eine spannende Idee, zumal die heutige Messung der Einschaltquoten über Muster-Haushalte in Zeiten digitaler Aufzeichnungen und zeitversetzter Streams äußerst umstritten ist.

Ein anonymer Manager kommentiert Intels Idee: „Intel hat uns in Verhandlungen bestätigt, dass die Technik viel interaktivere Werbeanzeigen ermöglicht, die mehr Einnahmen generieren. Uns fehlen dafür aber noch die Beweise.“ Ob Intel diese auf die Schnelle erbringen kann, ist offen: Der Chip-Hersteller möchte seinen Video-Service auf jeden Fall noch vor Ende 2012 starten. Weiterhin gibt es aber Probleme, die Film- und TV-Studios bzw. Fernsehsender zu überzeugen, ihre Inhalte für Intel freizugeben. Verständlich, denn Intels Service wäre natürlich in gewisser Weise ein Konkurrenzangebot und könnte andere Partner aus dem Kabel- und Satelliten-Bereich verärgern.

Was aus Intels-TV-Plänen wird und ob die Gesichtserkennungs-Technik vielleicht zögerliche Partner überzeugt, ist damit zunächst offen. Intel selbst enthält sich zu den aktuellen Gerüchten um das TV-Angebot und die Marketing-Technologien jedenfalls eines Kommentares.

Quelle: YahooNews

André Westphal

Redakteur

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