Richland: 4 neue APUs von AMD

Nachfolger der Trinity Mobilprozessoren sind sparsamer

Wie erwartet hat AMD heute offiziell neue APUs mit dem Codenamen Richland vorgestellt. Allerdings gibt es zunächst erstmal nur vier Modelle für Notebooks, noch keine Desktop-Varianten. Die neuen A4, A6, A8 und A10 APUs sollen im Vergleich zu den Vorgängern (Codename: Trinity) 20 bis 40 % schneller sein.

Anzeige

Der Sprung von Trinity zu Richland ist aber kein großer. So kommt beispielsweise weiterhin der 32-Nanometer-Prozess für die Fertigung der neuen APUs zum Einsatz und auch die integrierte Grafik hat ihren Ursprung trotz der Bezeichnung als Radeon HD 8000 Serie immer noch in der Radeon HD 6000 Familie. „Graphics Core Next„, die neue Architektur der Radeon HD 7000 Serie, ist also nicht an Bord. Die Namensgebung erklärt AMD mit der höheren Performance und einer gegenüber Trinity verbesserten Stromverwaltung insbesondere beim Video-Playback.
Beim CPU-Teil der Richland APUs werden weiterhin die Piledriver Kerne verwendet. APUs mit Steamroller Cores lassen noch etwas auf sich warten, werden aber bis Ende dieses Jahres erwartet.
Die Änderungen von Richland findet man also im Detail, z.B. bei der Stromaufnahme. Das „Power Management“ wurde laut AMD deutlich optimiert und soll sich nun besser auf die jeweils anliegende Last einstellen. Gerade beim Abspielen von HD-Videos will AMD den Stromverbrauch deutlich gesenkt haben – um bis zu 47 %. Damit kann man nun unterwegs am Notebook mehr Filme schauen, bis der Akku leer ist.
Der Vorteil der eher geringen Änderungen: Richland ist Pin-kompatibel mit Trinity, so dass die neuen Prozessoren auch auf bisherige Mainboards passen. Die grundsätzliche Kompatibilität ist damit gegeben. Wer sein Desktop-APU-System später aufrüsten will, dürfte lediglich ein BIOS-Update für seine Hauptplatine benötigen.
Zum Anfang der Richland-Generation gibt es vier neue APUs für Notebooks. Diese verfügen über zwei oder vier Kerne und besitzen alle eine TDP von 35 Watt. Modelle mit geringerem Stromverbrauch sollen folgen, aber AMD enthielt sich dazu weiteren Kommentars.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Spezifikationen der neuen Richland-APUs (A-5000 Serie) von AMD und vergleicht sie mit einigen der bisher erhältlichen Trinity-Modelle (A-4000 Serie) für Notebooks.

APU Modell TDP CPU-
Kerne
CPU-Takt
(Basis/Max)
L2-Cache Radeon GPU-
Kerne
GPU-Takt
(Basis/Max)
RAM max.
A10-5750M 35 W 4 2,5 / 3,5 GHz 4 MByte HD 8650G 384 533 / 720 MHz DDR3-1866
A8-5550M 35 W 4 2,1 / 3,1 GHz 4 MByte HD 8550G 256 515 / 720 MHz DDR3-1600
A6-5350M 35 W 2 2,9 / 3,5 GHz 1 MByte HD 8450G 192 533 / 720 MHz DDR3-1600
A4-5150M 35 W 2 2,7 / 3,3 GHz 1 MByte HD 8350G 128 514 / 720 MHz DDR3-1600
A10-4600M 35 W 4 2,3 / 3,2 GHz 4 MByte HD 7660G 384 496 / 685 MHz DDR3-1600
A8-4500M 35 W 4 1,9 / 2,8 GHz 4 MByte HD 7640G 256 496 / 685 MHz DDR3-1600
A6-4400M 35 W 2 2,7 / 3,2 GHz 1 MByte HD 7520G 192 496 / 685 MHz DDR3-1600
A4-4300M 35 W 2 2,5 / 3,0 GHz 1 MByte HD 7420G 128 480 / 655 MHz DDR3-1600
Stand: 12.3.2013

Die Tabelle zeigt deutlich die geringen Änderungen der Spezifikationen. TDP, Anzahl CPU-Kerne, Level-2 Cache und GPU-Kerne sind bei den entsprechenden Richland und Trinity Modellen immer gleich. Lediglich die Taktraten wurden erhöht, sowohl bei CPU- als auch Grafikeinheit, und das neue Topmodell, der A10-5750M unterstützt nun auch DDR3-1866 statt bisher maximal DDR3-1600.

Um Firmen und Kunden die neue APU-Generation schmackhaft zu machen, bietet AMD den Notebook-Herstellern neue Software-Features an, die (zunächst) nur Richland-Systemen vorbehalten sind: „AMD Gesture Control“, „AMD Face Login“ und „AMD Screen Mirror“.
Gestensteuerung und Gesichtserkennung verwenden die Webcam des Notebooks, während man mit „Screen Mirror“ das Bild vom Computer z.B. an einen WLAN-fähigen Fernseher (mit DLNA) schicken und dort Bilder und Videos im Großformat darstellen kann – eine deutlich kostengünstigere Lösung als „Wireless Display“, die ein teureres Notebook und einen TV-Empfänger benötigt.
„AMD Gesture Control“ kann u.a. für die Steuerung durch eine Bildergalerie verwendet werden – inklusive Blättern, Vergrößern, Verkleinern etc. „AMD Face Login“ scannt das Gesicht des Anwenders und vergleicht es mit zuvor gespeicherten Bildern, um das Anmelden am System ohne Tippen zu ermöglichen. Außerdem ist damit das Anmelden bei zugangsgeschützen Webdiensten möglich. Interessanter Teil dieses Features: Es reicht nicht, ein Bild vor die Webcam zu halten – „AMD Face Login“ erfordert ein einmaliges Blinzeln des Anwenders zum Anmelden.
Theoretisch sollten diese Features auch auf Trinity-Systemen etc. laufen, aber AMD erklärt die Richland-Exklusivität mit der benötigten APU-Leistung, die erst mit der neuen Generation gewährleistet werden kann. Insbesondere „AMD Gesture Control“ verwendet wohl intensiv die Shader der integrierten Grafikeinheit und durch die verbesserte Stromaufnahme zehrt dies dann nicht so sehr an der Akkuleistung wie vorherige APU-Generationen.

Laut AMD sind die Richland APUs seit Ende 2012 bereits in Produktion und die ersten Notebooks mit diesen Prozessoren sollten noch diesen Monat erhältlich sein.

Erklärung der neuen Logos
Neue Features mit Richland
Die wichtigsten Verbesserungen & Eigenschafen
Stromverbrauch: Vergleich von Trinity & Richland
Leistungsvergleich interne Grafik: Intel vs. Richland

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.