Zoff um geplante Werbung in FireFox

"Directory Tiles" seien finanziell notwendig

Mozilla hat angekündigt in zukünftige Versionen seines Browsers FireFox Werbung zu integrieren. Das hat für enorme Kontroversen in der Community gesorgt. Mitchell Baker, ehemalige Geschäftsführerin Mozillas und nun Vorsitzende der Organisation, verteidigt den Schritt jedoch. Laut Baker müsse man über die Werbung Einnahmen generieren, um die Weiterentwicklung von FireFox gewährleisten zu können. Werbung soll durch sogenannte „Directory Tiles“ eingebunden werden. So soll Werbung im Startbereich „New Tabs“ im Browser erscheinen.

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Baker erklärt, sie verstehe die Skepsis gegenüber jedweden kommerziellen Verbindungen. Doch man brauche Geld um FireFox als Browser auf dem aktuellsten Stand zu halten und weiter zu entwickeln. Das Konzept der Directory Tiles sei ein guter Kompromiss. Jene werden neuen Anwendern auf der Seite „New Tab“ Werbung präsentieren. Bestandskunden sehen auf dieser Seite beim Starten des Browsers ihre meistbesuchten Seiten. Dabei hält man fest, dass die Werbeanzeigen nicht auf Tracking basieren sollen, sondern nur auf dem Standort des Anwenders – damit deutsche Nutzer beispielsweise nicht Werbung für Netflix erhalten, einen Dienst, den sie gar nicht verwenden können.

Mozilla will laut eigenen Aussagen vor allem seine Einnahmequellen erweitern. Bisher stammte das Gros des Geldes von Google. Google zahlte ca. 300 Mio. US-Dollar pro Jahr an Mozilla, damit jene Google als Standardsuchmaschine im Browser einrichtet. Allerdings hat Mozilla mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen: Hielt man 2011 noch 22 % der Marktanteile im Segment für PC-Browser, waren es diesen Januar nur noch 18 %. Im mobilen Markt für Smartphones und Tablets geht der Markanteil des Browsers FireFox gar gegen Null. Zudem hat die Entwicklung des FireFox OS für mobile Endgeräte Mozilla viel Geld gekostet. Ausgezahlt hat sich das ganze bisher aber noch nicht. Insofern könnte die geringfügige Einbindung von Werbung über die Directory Tiles ein Weg sen die Zukunft Mozillas abzusichern.

Quelle: PCWorld

André Westphal

Redakteur

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