Warnung vor gefälschten Nvidia-Grafikkarten

Alte Modelle unter falschem Namen aufgetaucht

In Deutschland gibt es aktuell Probleme mit gefälschten Grafikkarten: Im Umlauf sind zahlreiche Modelle, welche im BIOS als Nvidia GeForce GTX 660 ausgewiesen werden. Tatsächlich handelt es sich bei den als „GTX660 4096MB Nvidia Bulk“ angebotenen Modellen aber um Karten mit den betagten GPUs der Generation Fermi. Verantwortlich für die Probleme ist offenbar der Großhändler Kosatec, welcher die gefälschten Modelle an deutsche Online-Shops lieferte. Ausgewiesen sind die betroffenen Fälschungen als Produkte der Firma Zotac. Letztere distanzieren sich aber natürlich von den Fakes.

Anzeige

So hat Zotac bereits angekündigt seine Rechtsabteilung einschalten zu wollen, da man mit den Fälschungen nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Auch Point of View wurde als potentieller Hersteller ins Spiel gebracht, negiert aber ebenfalls jegliche Verbindungen zu den ominösen Grafikkarten.

Erkennen kann man die Karten via GPU-Z, denn das Auslese-Tool ermittelt die manipulierte Vendor-ID von „000“ und kann den Grafikkarten dann keine korrekten Hersteller zuordnen. In Wirklichkeit werkeln auf den Karten alte GF106-Chips mit nur 144 Shadern – eine wahre GTX 660 müsste 960 bieten. Statt GDDR5-RAM kommt zudem nur DDR3 zum Einsatz. Zudem ist der Speicher auch noch schlechter angebunden und läuft nur mit 17,06 GByte/s statt den regulären 144,2 GByte/s.

Vermutlich entsprechen die gefälschten Nvidia GeForce GTX 660 in Wirklichkeit in den Spezifikationen der OEM-Version der GeForce GT 440 aus dem Jahr 2010. Die Leistung dieses Einstiegsmodells ist natürlich deutlich geringer.

Kosatec scheint zusätzlich leider auch eine gefälschte Karte namens „GTX650 4096MB Nvidia bulk“ an Partner geliefert zu haben. Denn dieses Modell ist nun auch aus dem Angebot des Großhändlers entschwunden.

Nvidia selbst ist bereits über den Vorfall informiert, hat aber noch keine Stellung bezogen. Kunden, die eines der gefälschten Modelle erworben haben, sollten sich wegen einer Rückgabe an den jeweiligen Händler wenden.

Quelle: Heise

André Westphal

Redakteur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.