Skepsis rund um die 4K Blu-ray

Nischendasein möglicherweise vorprogrammiert

Weihnachten 2015 erscheint die 4K Blu-ray gemeinsam mit den ersten Abspielgeräten für Inhalte in Ultra HD. Jenes hat die Blu-ray Disc Association mittlerweile offiziell bestätigt. Allerdings bleiben noch viele Fragen offen und bei Branchen-Experten wie Bill Hunt von DigitalBits regt sich Skepsis. Hunt beobachtet die Industrie seit mehr als 20 Jahren und prophezeit, dass die großen Vertriebe die 4K Blu-ray bestenfalls halbherzig kurzfristig unterstützen werden. Dies liege auch daran, dass das Kundeninteresse viel zu gering und der Markt entsprechend zu klein sei.

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Laut Hunt ergebe sich das Problem, dass die DVD nach wie vor den Markt für optische Datenträger dominiere. Obwohl die Blu-ray steigende Marktanteile verzeichne, sei deutlich, dass vor allem Streaming eine immer größere Bedeutung einnehme. Filmstudios würden diesen Weg noch weiter ebnen, indem sie Blu-rays mit immer minderwertigerer Ausstattung veröffentlichen. Selbst von denjenigen wiederum, die Blu-rays hoch schätzen, sehen nur wenige Nutzer den Bedarf auf 4K / Ultra HD umzurüsten. Zu viele Nutzer mit normalen Wohnzimmern seien mit 1080p zufrieden und nehmen an von 4K aufgrund ihrer Räumlichkeiten und Bilddiagonalen keinen Mehrwert zu erhalten.

Bill Hunt hält zudem fest, dass etliche Studios ihr Personal im Bereich Home Entertainment massiv reduziert hätten. Es bestehe wenig Interesse daran physische Medien weiter zu unterstützen. Dies zeige bereits das abnehmende Interesse an der Blu-ray 3D, die bereits ein Nischendasein friste. Disney etwa hat den Vertrieb von Blu-ray 3D in den USA mittlerweile komplett eingestellt. Auch für die 4K Blu-ray sei laut Hunt ein ähnliches Nischendasein bereits vorprogrammiert. Da die Studios aber ohnehin mit digitalen Vertriebskanälen liebäugeln und das Interesse der Kunden gering erscheint, könnte das Medium schneller scheitern, als Cineasten lieb ist. In der Tat zieht Hunt den Vergleich zur Laserdisc: Die 4K Blu-ray werde vermutlich ein ähnlich obskures Dasein fristen und nur bei absoluten Enthusiasten hoch im Kurs stehen.

Quelle: DigitalBits

André Westphal

Redakteur

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