Microsoft: CEO Satya Nadella verärgert Frauen

Kontroverse Äußerung zu Gehaltserhöhungen

Satya Nadella, seines Zeichens CEO der Firma Microsoft, ist mit einer Äußerung auf einer Konferenz am Donnerstag extrem ins Fettnäpfchen getreten: In Zeiten der Gender-Bewegungen sollte man generell mit öffentlichen Äußerungen über die Geschlechter Vorsicht walten lassen. Zu rasch werden teilweise selbst harmlose Aussagen ins Extrem gezogen. Nadella jedoch schoss über das Ziel hinaus, als es um die Frage ging, inwiefern Frauen nach höheren Gehältern streben sollten, um sich im Lohnniveau ihren männlichen Pendants anzugleichen. Nadella riet passiv zu bleiben und auf das Karma zu vertrauen.

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Wörtlich erklärte der Microsoft-Geschäftsführer: „Es geht nicht darum, nach einer Erhöhung zu fragen, aber zu wissen und daran zu glauben, dass das System einem die richtige Gehaltserhöhung geben wird“. „Gutes Karma“ käme dann von selbst.

Nadella selbst bezieht inkl. Bonuszahlungen jährlich ein zweistelliges Millionengehalt. Der Frauenanteil bei dem von ihm geführten Unternehmen Microsoft liegt in der Belegschaft bei nur 29 %. In den USA erhält eine Frau bei gleichen Anforderungen 77 Cent für jeden Dollar, den ein Mann einstreichen würde. Speziell die Technologie-Industrie, in der Nadella arbeitet, ist weiterhin sehr männlich geprägt. Kein Wunder also, dass es in sozialen Netzwerken direkt einen Shitstorm hagelte und auch zahlreiche Medien den Manager harsch kritisierten.

Mittlerweile hat Satya Nadella eine Entschuldigung via Twitter veröffentlicht. Er habe eine unbedachte Antwort gegeben und es sei notwendig die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen zu schließen. Auch sollten Frauen ruhig nach einer Gehaltserhöhung fragen, wenn sie der Ansicht seien, jene wäre gerechtfertigt. Auf Twitter bemerkten einige Nutzer ironisch, dass Nadella sich selbst „gutes Karma“ sichern könnte, wenn er seinen Mitarbeiterinnen Gehaltserhöhungen geben würde. Einige Anwender lobten jedoch auch die rasche und direkte Entschuldigung des CEOs, der sich wenigstens nicht in Ausreden verstricke.

Quelle: FAZ

André Westphal

Redakteur

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