Star-Entwickler Peter Molyneux will schweigen

Nie wieder Gespräche mit der Presse

Peter Molyneux ist seit Ende der 1980er und seinem Spiel „Populus“ einer der bekanntesten Spieleentwickler überhaupt. Mit Titeln wie „Black & White“, „Fable“ oder „Theme Park“ machte Molyneux sich einen Namen. Allerdings ist Molyneux auch zu zweifelhaftem Ruhm dadurch gelangt, dass er im Vorfeld zu seinen Games stets großspurige Ankündigungen vornimmt, welche die Endprodukte letztlich nie einhalten. So sind seine Versprechungen zu den Freiheiten in den Spielen der Reihe „Fable“ geradezu berüchtigt. Jetzt hat Molyneux folgerichtig angekündigt in Zukunft jegliche Kontakte zur Presse zu meiden.

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Auslöser ist zum einen die Kontroverse um seinen Entwickler 22 Cans und den Gewinn aus „Curiosity“, welcher den Sieger Bryan Henderson leider nie erreicht hat. Zudem häufen sich angesichts der zuvor via Crowdfunding-Plattform Kickstarter in Aussicht gestellten aber nicht vorhandenen und auch nicht mehr geplanten Features für das Spiel „Godus“ die Beschwerden. Viele Backer erhalten die versprochenen Rewards nicht mehr und die PC-Version von „Godus“ lässt auf sich warten, während 22 Cans sich auf die mobile App fokussiert. Kein Wunder, dass sich besonders unter den Kickstarter-Unterstützern Unmut breit macht.

Molyneux zeigt Verständnis und gibt zu, sich oft vom eigenen Enthusiasmus zu sehr hinreißen zu lassen. Wäre er einer der Backer gewesen, hätte er vermutlich genau so wütend reagiert, sinniert der Entwickler. Um derlei Situationen in Zukunft zu vermeiden, wolle Molyneux seine Spiele länger unter Verschluss halten und nur bei handfesten Ankündigungen mit der Öffentlichkeit kommunizieren. Auch für die mangelnde Kommunikation mit Henderson hat Molyneux eine Entschuldigung parat: Der dafür zuständige Mitarbeiter habe das Unternehmen verlassen und man habe es versäumt dessen Aufgaben neu zu organisieren. Für die Zukunft werde man sich bessern.

Ob die Gaming-Community nach vielen Enttäuschungen aber noch an Molyneuxs Versprechungen glauben mag, ist eine andere Frage. Molyneuxs Entscheidung in Zukunft die Presse zu meiden, mag für beide Seiten die richtige Wahl sein: So wurde der Entwickler laut eigenen Aussagen bedroht und auch seine Familie unter Druck gesetzt. Dies könne er nicht hinnehmen und müsse einen Schlussstrich ziehen. Ob es wirklich dazu kommt, dass sich Molyneux mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurückzieht, muss allerdings die Zeit zeigen. Gamer wissen, dass es nicht das erste Mal wäre, dass der an sich sympathische Entwickler sich verschätzt.

Quelle: TheGuardian

André Westphal

Redakteur

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