AMD wirft Nvidia Sabotage bei „The Witcher 3“ vor

GameWorks-Technik schade Radeon-Leistung

AMD hat für den Verlauf dieser Woche einen speziellen Treiber für den Triple-A-Blockbuster „The Witcher 3: Wild Hunt“ angekündigt. Nvidia hat mit dem optimierten GeForce-Treiber 352.86 bereits vorgelegt. Nun beschuldigt AMD Nvidia jedoch durch die Mitarbeit an der Entwicklung des RPGs die Performance auf Radeon-Grafikkarten aus dem Hause AMD sabotiert zu haben. Besonders Nvidias proprietäre Techniken HBAO+ und HairWorks stoßen AMD sauer auf, denn die GameWorks-Techniken zwingen AMD Radeons in die Knie, während Nvidia GeForce frohlocken.

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Zwar sind die Techniken auf AMDs GPUs einsetzbar, in der Praxis wegen der drastischen Leistungseinbrüche aber unbrauchbar. Kein Wunder, dass AMD demnach wenig begeistert ist. Man wirft Nvidia vor den Quellcode für die proprietären Techniken unter Verschluss zu halten. Dadurch könne AMD seine Treiber nicht für GameWorks optimieren. Dass Nvidia daran kein Interesse hat, ist allerdings wenig überraschend: Schließlich hat man die Techniken selbst mit viel Geld entwickelt und möchte nun nicht, dass andere dies ausnutzen. Nvidia winkt zudem angesichts der Vorwürfe ab: AMD hätte ebenfalls mit CD Projekt Red, den Entwicklern von „The Witcher 3: Wild Hunt“ zusammenarbeiten können. Keine Klausel in den Verträgen mit Nvidia hätte die Polen oder AMD daran hindern können.

Während AMD also Nvidia vorwirft auf dem Rücken der AMD-Nutzer seine eigenen Grafiklösungen in Spielen zu pushen, wirft Nvidia AMD umgekehrt vor zu wenig mit Entwicklern zusammen zu arbeiten. Richard Huddy, Gaming Scientist bei AMD, setzt dem entgegen: „Wir haben mit CD Projekt Red kooperiert. Aber ca. zwei Monate vor Veröffentlichung des Spiels hielt der GameWorks-Code mit HairWorks Einzug. Das hat die Leistung auf unseren Grafikkarten total sabotiert. Davor lief alles blendend. Man hat also unsere Leistung abgekanzelt und es sah fast so aus, als sei das auch das Ziel gewesen.“ Harte Worte, die Nvidia hart treffen. Zumal Huddy behauptet, man habe anschließend viel mit CD Projekt Red kommuniziert – selbst jene hätten jedoch keinen Zugriff auf den Quellcode von HairWorks gehabt. Zugleich bleibt offen, warum CD Projekt Red nicht parallel AMDs Technik TressFX implementiert hat, die verbesserte Haar-Darstellung ebenfalls als Alternative auf Radeon-GPUs ermöglicht hätte.

AMDs Richard Huddy, ohnehin ein starker Gegner von Nvidias GameWorks, setzt hinzu, dass HairWorks ohnehin eine ineffiziente Technik sei, die auch auf Nvidias eigenen GeForce-Grafikkarten mehr Leistung fresse, als angemessen sei. Erste Benchmarks mit und ohne HairWorks zu „The Witcher 3: Wild Hunt“ bestätigen dies.

Fazit: AMD und Nvidia schanzen sich gegenseitig den schwarzen Peter zu – Leidtragende sind die Gamer.

Quelle: ArsTechnica

André Westphal

Redakteur

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