Ultra HD erhöht angeblich die Zuschauer-Immersion

Methodologie der Studie bleibt allerdings diffus

Eine aktuelle Studie von Mindlab International ist zu dem Ergebnis gekommen, dass neue TV-Geräte und Beamer mit Ultra HD angeblich die Immersion des Zuschauers stark erhöhen. Angeblich falle sie um 38 % höher aus als beim Nutzen von Bildschirmen mit 1080p. Allerdings sind die Ergebnisse eventuell methodisch fragwürdig zustande gekommen, da weder Mindlab International noch der Auftraggeber Samsung dazu verlässliche Angaben machen. So wirkt es freilich wenig überraschend, dass eine durch einen TV-Hersteller in Auftrag gegebene Studie einer neuen Technik Vorzüge bescheinigt.

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Demnach sorge Ultra HD bei Zuschauern für mehr Konzentration auf die Inhalte und für mehr Gehirnaktivität. Als Beispiel wird in der Studie ein- und dasselbe Fußballspiel genannt, das bei Zuschauern bei der Ultra-HD-Nutzung eine um 62 % höhere Aktivität im Bereich der visuellen Verarbeitung ausgelöst habe als bei der Darstellung in 1080p. Um diese Ergebnisse zu beurteilen, wären aber viel mehr Daten nötig: Etwa wäre interessant, ob verschiedene Testpersonen ein- und dasselbe Spiel gesehen haben – sonst könnte sich die unterschiedliche Aktivität auch in der Zu- oder Abneigung für Fußball der Probanden begründen. Sahen wiederum dieselben Testpersonen dasselbe Spiel, wäre klar,dass beim ersten Ansehen vermutlich mehr Aufmerksamkeit entstünde als bei einer Wiederholung. So sind etliche Störvariablen denkbar, die man aufgrund der begrenzten, preisgegebenen Informationen gar nicht nachvollziehen kann.

Klar ist lediglich, dass die Forscher die elektrische Gehirnaktivität der 18- bis 65-jährigen Teilnehmer beim Konsum der Ultra-HD- bzw. 1080p-Inhalte über Elektroden gemessen haben. Auch den Puls sowie den Hautwiderstand hat man zeitgleich überwacht.

Ob Ultra HD nun wirklich ein wesentlich intensiveres Seherlebnis bietet, sollte am besten jeder Kunde nach dem Ausprobieren für sich entscheiden. Spannend wird, ob die Medien sich wirklich gut verkaufen werden – denn noch hat nicht einmal die Blu-ray die DVD abgelöst.

Quelle: MediaBiz

André Westphal

Redakteur

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