Foxconn-Sharp-Deal diese Woche

Neue Schulden der Japaner wohl niedriger als befürchtet

Nachdem die Übernahme von Sharp durch Foxconn zuletzt nicht mehr sicher schien, deutet mittlerweile wieder alles darauf hin. Offenbar fallen die neu aufgedeckten Schulden des japanischen Herstellers nicht so hoch aus wie zunächst angenommen. Es gab inzwischen weitere Verhandlungen und man geht davon aus, dass die Papiere diese Woche unterzeichnet werden.

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Nachdem Foxconn-Chef Terry Gou Ende letzter Woche zu weiteren Gesprächen mit Sharp-Präsident Kozo Takahashi erneut nach Japan gereist war, ging man zunächst davon aus, dass die Übernahme heute fixiert werden kann. Allerdings sind wohl immer noch ein paar Fragen zu klären, so dass frühestens mit Mittwoch zu rechnen sei, heißt es. Bis Ende dieser Woche soll der Deal aber unter Dach und Fach gebracht werden.
Ursprünglich sollte die Übernahme bereits Ende Februar unterzeichnet werden, aber nachdem Foxconn von potenziell 350 Milliarden Yen (umgerechnet ca. 2,8 Mrd. Euro) neuen Schulden von Sharp erfuhr, hatten die Taiwaner ihre Entscheidung erstmal aufgeschoben. Foxconn war davon überrascht und einige bezeichneten die Japaner als „unaufrichtig“, aber laut Sharp hätten sie ihre Finanzzahlen alle rechtlich korrekt angegeben. Sharp-Chef Takahashi habe Foxconn-Chef Kou inzwischen versichert, dass von den neuen Schulden lediglich 50 Mrd. Yen (ca. 402 Mio. Euro) tatsächlich anfallen würden und es sehr unwahrscheinlich sei, dass der allergrößte Teil realisiert wird. Die Finanzberater von Foxconn (JPMorgan) hätten dies mittlerweile bestätigt, so dass beide Seiten weiterhin sehr interessiert daran sind, die Übernahme abzuschließen.
Ende Januar hatte Foxconn sein Angebot für Sharp noch von 5 auf 5,3 Milliarden Euro erhöht, aber es ist unklar, über welche Summen zuletzt verhandelt wurde.

Sharp liefert u.a. die Displays für Apple und Foxconn baut die iPhones und iPads dann zusammen. Foxconn würde sich mit der Übernahme des japanischen Herstellers also einen der großen Zulieferer einverleiben.
Foxconn war aber nicht der einzige Interessent an Sharp. Das staatlich kontrollierte „Innovation Network Corporation of Japan“ (INCJ) wollte sicher stellen, dass Sharp in japanischen Händen bleibt. Das sei wohl auch im Interesse der Gläubiger von Sharp gewesen. Allerdings war das Angebot der INCJ angeblich nur halb so groß wie das aus Taiwan.

Quelle: Nikkei Asia

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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