PCI Express 6.0: Finale Spezifikationen stehen fest

Übertragungsrate wird nahezu verdoppelt

Die PCI SIG hat die finalen Spezifikationen für den Standard PCI Express 6.0 bekannt gegeben. Im direkten Vergleich mit PCI Express 5.0 konnte man nahezu eine Verdopplung der Übertragungsrate erzielen. Blickt man auf PCI Express 4.0, dann ist es sogar eine Vervierfachung. Dazu ist zu erwähnen, dass selbst PCI Express 4.0 noch relativ frisch am Markt ist. PCI Express 5.0 ist daher noch kaum verbreitet. Bis sich PCI Express 6.0 also durchsetzen könnte, dürfte noch viel Zeit vergehen.

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PCI Express 6.0 soll bei 16 Lanes 120,5 GB/s als Übertragungsrate erlauben. Zum Vergleich: PCI Express 5.0 steht bei 64 GB/s und bei PCI Express 4.o sind es sogar „nur“ 31,5 GB/s. Diese Beschleunigung erreicht man auch durch eine neue Codierung mit PAM-4 (Pulsamplitudenmodulation) statt wie bisher Non-Return-to-Zero (NRZ). Weil PAM-4, wie der Name es andeutet, vier Zustände bietet, nämlich 00, 01, 10 und 11, können pro Takt grundsätzlich doppelt so viele Daten übermittelt werden wie mit zwei Zuständen bei NRZ – dort gibt es eben nur 0 oder 1.

Vom neuen PCI-Express-Standard werden auch Grafikkarten profitieren.

Dafür steigt logischerweise die Komplexität des Signals bei PAM-4. Dies bedingt leider auch eine höhere Anfälligkeit für Übertragungsfehler. Daher führt PCI Express 6.0 auch Forward Error Correction (FEC) ein. So will man dieses Problem umgehen. Bis wir das alles in der Praxis prüfen können, wird jedoch, wie eingangs angedeutet, noch viel Zeit vergehen.

So rechnet man mit erster Hardware für PCI Express 6.0 erst ab 2023. Damit hätte PCI Express 5.0 allerdings eine sehr kurze Lebenszeit gehabt und kaum eine Chance sich am Markt auszubreiten.

Quelle: PCI SIG

André Westphal

Redakteur

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