
Intel schwingt den Rotstift nach einem zweiten Quartal mit gesunkenem Umsatz und einen Nettoverlust von über anderthalb Milliarden US-Dollar. Dran glauben müssen erstmal 15 Prozent der Angestellten, laut Intel-Chef Pat Gelsinger werden dieses Jahr noch 15.000 Mitarbeiter entlassen. Das ist Teil von Kostensenkungen, die nächstes Jahr 10 Milliarden Dollar einsparen sollen.
Intel will bis Ende 2026 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Marketing reduzieren. Zudem sollen Investitionen schon dieses Jahr um 20 Prozent zusammengestrichen werden. Es wird interne Umstruktierungen geben, um unwichtigere Arbeiten auszumerzen. Alle aktiven Projekte und Geräte sollen untersucht werden um zu klären, ob sie wirklich notwendig sind und ob Intel nicht zuviel dafür ausgibt.
In einer öffentlichen Notiz an die Mitarbeiter mit dem Titel „Maßnahmen zur Beschleunigung unseres Fortschritts“ schreibt Gelsinger: „Für mich ist das eine schmerzliche Nachricht. Ich weiß, dass es für Sie noch schwerer sein wird, sie zu lesen.“
Die Einschnitte begründet Intel mit dem finanziellen Ergebnis der letzten Quartale. In den Monaten April bis Juni hat das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,6 Milliarden Dollar verzeichnet, nachdem Intel bereits im ersten Quartal 437 Millionen Dollar Minus gemacht hatte. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte Intel noch einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar eingefahren. Der Betriebsverlust war zuletzt sogar noch höher und beläuft sich auf 1,96 Milliarden Dollar. Damit hat sich dieser sogar fast verdoppelt gegenüber dem selben Quartal des Vorjahres.
„Unsere finanzielle Leistung im zweiten Quartal war enttäuschend, obwohl wir wichtige Meilensteine in der Produkt- und Prozesstechnologie erreicht haben“, erklärt Intel-CEO Gelsinger. „Unsere Umsätze sind nicht wie erwartet gewachsen – und wir profitieren noch nicht voll von starken Trends wie KI“, schreibt er in seiner Notiz an die Mitarbeiter.
Dabei war nicht alles schlecht. Der Gesamtumsatz Intels ist im Jahresvergleich um lediglich 1 Prozent zurückgegangen. Die Einnahmen aus Produktverkäufen sind sogar um 4 Prozent gestiegen. Hier haben allerdings die Desktop-Produkte mit 9 Prozent mehr Umsatz die Bereiche „Server und KI“ sowie „Netzwerk und Edge“ aufgefangen, denn diese haben 3 bzw. 1 Prozent weniger eingenommen als im Vorjahr. Zudem hat die „Intel Foundry“, die Chipfertigung, 4 Prozent mehr Umsatz geschrieben. Alle anderen größeren Unternehmensteile Intels wie Altera und Mobileye sind mehr oder weniger deutlich ins Minus gerutscht.
Im Oktober 2022 hat Intel bereits tausende Arbeitsplätzen gestrichen. Das Unternehmen wollte bis 2025 jährlich zwischen 8 und 10 Milliarden Dollar Kosten einsparen, aber Intel ist dadurch nicht wirklich kleiner geworden. Zwar wurde die Anzahl der Mitarbeiter 2023 um fünf Prozent reduziert (von 131.000 auf 124.800), aber der Hersteller hat laut The Verge danach wieder neue Mitarbeiter eingestellt, sodass es Ende März 2024 wieder 130.700 Angestellte waren. Jetzt müssen viele wieder gehen, wobei Intel dafür geeigneten Mitarbeitern unternehmensweit erweiterte Rentenangebote machen wird. Damit sollen einige Angestellte überzeugt werden, Intel freiwillig zu verlassen.
Quelle: Pressemitteilung
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