AMD verschiebt Fokus bei Radeon RX 9070 wohl zum XT-Modell

Speicherpreise und Margendruck treiben AMD angeblich zur Anpassung der Produktionspriorität

AMD könnte seine interne Produktstrategie für die Radeon RX 9070 Serie von Grafikkarten anpassen. Ein neuer Bericht deutet darauf hin, dass der Hersteller künftig mehr Produktionskapazität auf die Radeon RX 9070 XT als auf das Standardmodell RX 9070 verteilt. Treiber dieser Entscheidung ist offenbar ein altbekanntes Problem im GPU-Markt: die Preisentwicklung von Grafikspeicher.

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Sowohl die Radeon RX 9070 als auch die RX 9070 XT basieren auf der Navi 48 Plattform und beide Grafikkarten sind mit 16 GByte GDDR6 ausgestattet. Diese identische Speicherkonfiguration ist aus wirtschaftlicher Sicht ein entscheidender Faktor. VRAM zählt inzwischen zu den teuersten Einzelkomponenten moderner Grafikkarten und stellt einen weitgehend fixen Kostenblock dar. Selbst wenn sich GPU-Ausbau oder Taktraten zwischen den Modellen unterscheiden, bleibt der Speicheranteil an den Produktionskosten nahezu gleich.

Genau hier liegt der strategische Vorteil der RX 9070 XT. Quellen beziffern den Preisaufschlag der XT-Variante auf rund 9 Prozent gegenüber dem Non-XT-Modell. Wenn sich die Herstellungskosten aufgrund gleicher Speicherbestückung und ähnlichen Siliziums kaum unterscheiden, lässt sich die höher bepreiste Karte deutlich besser gegen steigende Kosten und sinkende Margen absichern. Das günstigere Modell gerät in einem solchen Szenario schneller unter Druck, da es preislich attraktiv bleiben muss, aber kaum Spielraum für Kostensteigerungen bietet.

Wichtig ist dabei: Die Radeon RX 9070 soll nicht eingestellt werden. Stattdessen geht es offenbar um eine gezielte Verschiebung des Produktmixes. AMD könnte die Produktionsmenge der Non-XT-Version reduzieren, sie aber weiterhin in ausreichender Stückzahl liefern, um eine echte Verknappung zu vermeiden. Eine solche Strategie erlaubt es, das Portfolio offiziell zweigleisig zu halten, während der Fokus intern stärker auf das margenfreundlichere Modell gelegt wird.

Ein leiser Produktmix-Wechsel dieser Art hat für den Markt einen entscheidenden Vorteil: Er kann erfolgen, ohne massive Lieferengpässe oder extreme Preissprünge im Einzelhandel auszulösen. Käufer würden in diesem Fall schlicht mehr Radeon RX 9070 XT Grafikkarten im Handel sehen, während die RX 9070 zwar seltener, aber weiterhin verfügbar bleibt.

Zusätzlich wird berichtet, dass AMD enger mit seinen Partnern unter den Grafikkartenherstellern zusammenarbeitet, um Speicherpreise zu stabilisieren und starke Verfügbarkeits­schwankungen abzufedern. Garantien gibt es in einem volatilen Komponentenmarkt zwar keine, doch eine engere Abstimmung entlang der Lieferkette kann zumindest plötzliche Engpässe reduzieren und den Abverkauf besser planbar machen.

Sollten sich diese Informationen bestätigen, dürfte sich die Situation für Endkunden relativ unspektakulär darstellen: Die Radeon RX 9070 verschwindet nicht vom Markt, während die RX 9070 XT zunehmend zur dominierenden Variante im Handel wird – ein stiller, aber wirtschaftlich nachvollziehbarer Schritt in einem Umfeld steigender Kosten und enger Margen.

Quelle: PROHARDVER (Ungarn)

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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