Erster Blick auf Zen 6: AMD Medusa Point bei Geekbench aufgetaucht

Leak deutet auf neue mobile CPU-Architektur mit Hybrid-Design hin

Ein neuer Prozessor von AMD ist in der Geekbench-Datenbank aufgetaucht und liefert erste Hinweise auf die kommende Zen-6-Generation im mobilen Segment. Bei dem Eintrag handelt es sich um ein Engineering Sample mit der bisher unbekannten Kennung „100-000001713“, das offenbar noch tief in der Entwicklungsphase steckt. Interessant sind vor allem Anzahl und Konfiguration der Kerne sowie die Cache-Größe.

Anzeige

Die technische Signatur des Chips von „AuthenticAMD Family 26 Model 128 Stepping 0“ deutet auf eine bislang unveröffentlichte Prozessorfamilie hin. Getestet wurde die CPU auf einem Mainboard mit der Bezeichnung „Plum-MDS1“. Hinter „Plum“ verbirgt sich vermutlich eine Entwicklungsplattform für AMDs kommenden FP10-Sockel, während „MDS1“ sehr wahrscheinlich für „Medusa Point 1“ steht – ein Codename, der bereits in früheren Leaks im Zusammenhang mit Zen 6 aufgetaucht ist.

Besonders aufschlussreich ist die Kernkonfiguration des Prozessors. Das Sample verfügt über insgesamt zehn CPU-Kerne für 20 parallele Threads. Brancheninsider vermuten hier ein 4+4+2-Layout, das auf ein hybrides Design hindeutet. Eine solche Architektur könnte leistungsstarke Performance-Kerne mit effizienteren Einheiten kombinieren – ein Ansatz, der vor allem im mobilen Bereich Vorteile bei Energieeffizienz und Skalierbarkeit bietet. Offizielle Details zur genauen Aufteilung stehen jedoch noch aus.

Auch der Cache-Ausbau liefert interessante Hinweise. Pro Kern stehen 1 MByte L2-Cache zur Verfügung, was in Summe 10 MByte ergibt. Ergänzt wird dies durch einen gemeinsamen L3-Cache von 32 MByte. Damit steigt die durchschnittliche Cache-Menge pro Kern im Vergleich zu früheren mobilen Generationen deutlich an, was sich positiv auf die Performance in datenintensiven Anwendungen auswirken könnte. So kommt etwa ein aktueller Ryzen AI 9 365 (Strix Point) mit 10 Kernen auf 24 MByte L3-Cache.

AMD Medusa Point im Geekbench

Wie bei solchen frühen Benchmark-Einträgen üblich, sind die gezeigten Leistungswerte mit Vorsicht zu genießen. Engineering Samples dienen primär der Validierung von Plattform und Architektur und spiegeln selten das finale Leistungsniveau wider. Dennoch gelten solche Leaks als verlässlicher Indikator dafür, dass sich eine neue Generation bereits in einem fortgeschrittenen Teststadium befindet.

Sollte sich bestätigen, dass es sich hierbei um einen Prozessor aus der „Medusa Point“ Familie handelt, wäre dies eines der ersten konkreten Lebenszeichen von AMDs Zen-6-Offensive im Notebook-Markt. Weitere Details dürften in den kommenden Monaten folgen, wenn sich die Entwicklung weiter konkretisiert. Mit einer offiziellen Einführung entsprechender Prozessormodelle wird aber nicht vor Anfang 2027 gerechnet, womöglich zur nächsten CES Anfang Januar. Schon Mitte letzten Jahres hatte sich abgezeichnet, dass die AMD-Roadmap Laptop-CPUs mit Zen 6 nach 2027 schiebt.

Quelle: Geekbench

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert