Marktforscher sagen Ende günstiger Einsteiger-PCs voraus

Desktop-Computer & Laptops unter 500 Euro könnten bis 2028 vom Markt verschwinden

Die Zeiten günstiger Einsteiger-PCs könnten gezählt sein. Laut einer aktuellen Analyse der Marktforscher von Gartner führen stark steigende Preise für DRAM und NAND-Flash dazu, dass besonders das Marktsegment von PCs für weniger als 500 Dollar wirtschaftlich kaum noch tragfähig ist. Bis 2028 könnte diese Kategorie demnach vollständig vom Markt verschwinden.

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Der zentrale Kostentreiber ist der Anteil von Arbeitsspeicher und Massenspeicher an der gesamten Stückliste (BOM, Bill of materials). Während Speicher 2025 noch rund 16 Prozent der PC-Gesamtkosten ausmachte, soll dieser Wert bis 2026 auf etwa 23 Prozent steigen. Damit verlieren Hersteller den Spielraum, steigende Komponentenpreise über geringe Margen im Einstiegsbereich abzufedern. Ranjit Atwal, Senior Director Analyst bei Gartner, spricht offen von einer „Nicht-Überlebensfähigkeit“ klassischer Low-Margin-Laptops unterhalb der 500-Dollar-Grenze.

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. In den vergangenen Quartalen sind die Preise für DRAM, NAND-Flash und auch GPUs deutlich gestiegen. Schon vor einem Monat wurde berichtet, dass sich die Speicherpreise im ersten Quartal 2026 verdoppeln könnten. Gartner prognostiziert für 2026 einen kombinierten Preisanstieg bei DRAM und NAND von rund 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Endkunden bedeutet das im Schnitt etwa 17 Prozent höhere PC-Preise im Vergleich zu 2025.

Die Folgen reichen über das Einstiegssegment hinaus. Steigende Systempreise bremsen laut Gartner auch die Marktdurchdringung sogenannter KI-PCs. Statt wie ursprünglich erwartet rasch die 50-Prozent-Marke zu erreichen, dürfte dieser Wert erst 2028 realistisch werden. Höhere Einstiegspreise verzögern damit die breite Adoption neuer Hardware-Kategorien wie PCs mit Unterstützung künstlicher Intelligenz.

Parallel dazu rechnet Gartner für 2026 mit einem Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 10,4 Prozent gegenüber 2025. Die Kombination aus höheren Speicherpreisen und begrenzter Verfügbarkeit wirkt dämpfend auf die Nachfrage – sowohl im Consumer- als auch im Enterprise-Segment.

Interessant ist jedoch die Umsatzperspektive: Sinkende Stückzahlen bedeuten nicht zwingend geringere Erlöse. Da die durchschnittlichen Verkaufspreise steigen, könnten OEMs trotz geringerer Volumina stabile oder sogar höhere Gesamtumsätze erzielen. Der PC-Markt würde sich damit strukturell verschieben – weg vom Budget-Gedanken, hin zu höherpreisigen, margenstärkeren Systemen.

Quelle: Gartner

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Eine Antwort

  1. wulle.w. sagt:

    Für „Einsteiger“ werden enorme Resourcen verschwendet nur weil die Käufer zu faul sind sich zu informieren. bzw mal ssd und ram nachzurüsten Es sind Mio. an gebrauchten PCs im Umlauf die den Zweck zum Bruchteil der Kosten erfüllen. Also niemand verliert etwas, im Gegenteil wenn Bauteile nicht sinnbefreit verschwendet werden bleiben mehr davon für leistungsstarke PCs übrig. Was die Welt nicht braucht sind fabrikneue Geräte deren Rechenleistungen nicht mal mit 14 Jahre alten i5 Systemen mithalten.

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