Valve: VR-Headset Steam Frame kostet mehr als 1000 Euro

Valve öffnet Reservierungen für das neue Steam-Headset mit kabellosem PC-Streaming

Valve bringt das Steam Frame auf den Markt. Rund ein Jahr nach der ersten Ankündigung des VR-Headsets hat das Unternehmen nun die Reservierungen geöffnet. Mit einem Einstiegspreis von 1049 Euro fällt das Steam Frame allerdings deutlich teurer aus als ursprünglich erwartet. Die 1-TByte-Variante kostet 1279 Euro.

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Das Steam Frame verfolgt dabei einen anderen Ansatz als Valves bisheriges VR-Headset Index. Es ist nicht primär als klassisches PC-VR-Headset konzipiert, sondern soll sowohl eigenständig als auch kabellos mit einem Gaming-PC genutzt werden können. Für die Verbindung zum PC liegt ein spezieller Wi-Fi-6E-USB-Adapter bei, der das 6-GHz-Band nutzt. Eine zusätzliche Absicherung über zwei Funkverbindungen soll bei Störungen verhindern, dass die Verbindung sofort abreißt.

Technisch interessant ist vor allem die Plattform. Im Steam Frame steckt Qualcomms Snapdragon 8 Gen 3 beziehungsweise der von Valve als Qualcomm 8650 bezeichnete Chip. Das Headset verfügt über 16 GByte Arbeitsspeicher und nutzt eine ARM-Plattform, auf der Valve SteamOS betreibt. Proton und weitere Übersetzungsschichten ermöglichen dabei die Ausführung von Software, die ursprünglich für x86-PCs entwickelt wurde.

Die Rechenleistung des mobilen SoCs reicht allerdings nicht für sämtliche aktuellen PC-Spiele. Valve sieht das Steam Frame deshalb ausdrücklich als Streaming-First-Gerät. Anspruchsvolle Spiele sollen vorzugsweise vom PC berechnet und drahtlos auf das Headset übertragen werden. Weniger aufwendige Spiele, ältere AAA-Titel und viele Indie-Spiele können dagegen direkt auf dem Gerät laufen.

Eine Besonderheit ist das Eye-Tracking: Valve verwendet die erfasste Blickrichtung unter anderem für sogenanntes „Foveated Streaming“. Dabei wird die verfügbare Bandbreite auf den Bereich konzentriert, den der Nutzer gerade betrachtet. Laut Valve kann der relevante Bildbereich dadurch gegenüber dem restlichen Bild deutlich höher priorisiert werden.

Auch Valves VR-Vorzeigespiel „Half-Life: Alyx“, das wie erwartet gratis beiliegt, soll auf dem Steam Frame nicht ausschließlich gestreamt werden. Das Unternehmen arbeitet an einer stärker für das Headset optimierten beziehungsweise nativen Umsetzung, um die durch Übersetzung und Emulation entstehenden Leistungseinbußen zu reduzieren.

Der hohe Preis dürfte dennoch für Diskussionen sorgen. Valve verweist laut Tom’s Hardware auf die derzeit stark gestiegenen Kosten für Speicher, Mainboards, Kupfer, Transport und andere Komponenten. Die Entwicklung des Steam Frame sei bereits vor Jahren begonnen worden, doch die weltweite Speicher- und Storage-Knappheit habe die Kalkulation zusätzlich belastet.

Mit dem Steam Frame setzt Valve damit seine Strategie fort, Steam nicht nur auf klassischen PCs und dem Steam Deck, sondern auf möglichst unterschiedlichen Geräten anzubieten. Das VR-Headset kombiniert dafür eigenständiges ARM-Gaming mit PC-Streaming und erweitert gleichzeitig den Einsatzbereich von SteamOS. Der Preis von mehr als 1000 Euro macht das Steam Frame allerdings eher zu einem Produkt für Enthusiasten als zu einem Gerät für den Massenmarkt.

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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