(Auszug aus der Pressemitteilung)
Strom kostet nicht zu jeder Tageszeit gleich viel. Wenn besonders viel erneuerbare Energie verfügbar ist, können die Preise an der Strombörse stark fallen – teilweise sogar ins Minus. Zu anderen Zeiten, etwa bei hoher Nachfrage und geringer Einspeisung aus Wind- und Solarenergie, steigen sie dagegen deutlich an. Wie groß diese Schwankungen inzwischen sein können, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesnetzagentur: Im zweiten Quartal 2026 reichte der Day-Ahead-Großhandelspreis in Deutschland von –50 bis knapp 75 Cent pro Kilowattstunde. In 1.006 Viertelstunden waren die Preise negativ, gleichzeitig lagen sie in 5.168 Viertelstunden über 10 Cent pro Kilowattstunde.
Dynamische Stromtarife machen diese Preisunterschiede auch für private Haushalte nutzbar. Statt über längere Zeit einen festen Arbeitspreis zu zahlen, orientiert sich der variable Teil des Strompreises am Börsenpreis. Seit 2025 sind alle Stromlieferanten in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, einen dynamischen Stromtarif anzubieten.
Doch ein dynamischer Tarif bedeutet nicht automatisch eine niedrigere Stromrechnung. Entscheidend ist vor allem, ob ein Haushalt in der Lage ist, seinen Stromverbrauch gezielt in günstige Preisphasen zu verschieben. Drei Faktoren entscheiden dabei maßgeblich über das tatsächliche Sparpotenzial:
- Verbrauch zeitlich verschieben: Je flexibler ein Haushalt beim Stromverbrauch ist, desto größer ist der mögliche Hebel. Ein Batteriespeicher kann beispielsweise in günstigen Stunden Strom aufnehmen und ihn später bereitstellen, wenn der Netzbezug teuer wäre. Auch das Laden eines E-Autos, der Betrieb einer Wärmepumpe oder die Nutzung bestimmter Haushaltsgeräte lassen sich in günstigere Zeitfenster verlagern.
- Verbrauch zeitgenau erfassen: Bei einem dynamischen Stromtarif zählt nicht nur, wie viel Strom ein Haushalt verbraucht, sondern auch wann. Ein intelligentes Messsystem (iMSys) erfasst den Strombezug in kurzen Zeitintervallen. So kann jede verbrauchte Kilowattstunde dem jeweils geltenden Strompreis zugeordnet und entsprechend abgerechnet werden.
- Günstige Preisphasen automatisiert nutzen: Wer Strompreise nicht selbst permanent verfolgen möchte, kann Speicher und flexible Verbraucher über ein intelligentes Energiemanagementsystem koordinieren. Dieses kann – wie im Fall von Zendures HEMS – etwa Börsenpreise, PV-Erzeugung, Speicherstand, Wetterprognosen und Verbrauchsmuster berücksichtigen und Lade- beziehungsweise Entladevorgänge entsprechend steuern. Gerade bei dynamischen Stromtarifen hilft das, günstige Preisphasen gezielter zu nutzen und teure möglichst zu vermeiden. Künftig soll dieser Ansatz mit Zendures Agentic HEMS noch einen Schritt weitergehen: Statt Energieflüsse lediglich auf Basis von Prognosen zu planen, sollen spezialisierte KI-Agenten das Energiesystem kontinuierlich analysieren, eigenständig Entscheidungen treffen und Speicher, E-Auto oder weitere Verbraucher situationsabhängig aufeinander abstimmen. So könnte die Flexibilität dynamischer Stromtarife künftig noch stärker automatisiert genutzt werden.
Wie sich diese Faktoren in der Praxis auf die Stromkosten auswirken können, zeigen zwei reale Nutzerbeispiele von Haushalten, die dynamische Stromtarife von ZenWave™ zusammen mit Zendures HEMS im Alltag nutzen:
Praxisbeispiel 1: Setup mit Wärmepumpe und E-Auto – rund 118 Euro unter dem BDEW-Durchschnitt
Ein vierköpfiger Haushalt in Lemwerder bei Bremen lebt in einem 160 Quadratmeter großen Einfamilienhaus und verbraucht mit Wärmepumpe und E-Auto mehr als 10.000 kWh Strom pro Jahr. Zur Energieversorgung gehören außerdem Solarmodule mit insgesamt rund 13 kW Leistung sowie mehrere Zendure-Speicher mit zusammen 14 kWh Kapazität. Damit gehört er zu den Haushalten, bei denen ein großer Teil des Stromverbrauchs flexibel gesteuert werden kann.
Im Februar 2026 wurden 1.068 kWh Strom abgerechnet. Die ZenWave™-Rechnung belief sich auf 237,65 Euro brutto. Bei dem für diesen Fall angesetzten BDEW-Vergleichswert von 31,90 Cent pro Kilowattstunde sowie einer angenommenen Grundgebühr von zehn Euro wären rechnerisch 356,12 Euro angefallen – eine Differenz von 118,44 Euro in nur einem Monat. Die Ersparnis entsteht hier im Zusammenspiel aus dynamischem Stromtarif, intelligenter Steuerung und niedrigeren Netzentgelten für steuerbare Verbraucher nach § 14a EnWG. Allein durch die Verlagerung in Zeitfenster mit reduzierten Netzentgelten wurden im Februar laut Abrechnung 16,46 Euro brutto eingespart.
Praxisbeispiel 2: PV und Speicher ohne Großverbraucher – rund 8 Euro günstiger als beim lokalen Stromanbieter
Ein ganz anderes Verbrauchsprofil zeigt der Drei- bis Vier-Personen-Haushalt in Cottbus: Wärmepumpe und E-Auto gibt es nicht, der Jahresstromverbrauch liegt bei 2.500 bis 4.000 kWh. Zur Energieausstattung gehören eine PV-Anlage mit rund 3,45 kW Leistung, ein SolarFlow 2400 Pro mit zwei AB2000-Batterien und insgesamt 6,24 kWh Speicherkapazität sowie ein intelligentes Messsystem. Flexibel verschieben lassen sich hier vor allem klassische Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner, Ofen und Klimagerät.
Im April 2026 bezog der Haushalt lediglich 33,31 kWh Strom aus dem Netz und zahlte dafür mit ZenWave™ 13,03 Euro. Im Vergleich zum lokalen Stromanbieter ergibt sich für den betrachteten Monat eine Ersparnis von 7,87 Euro. Der geringe Netzbezug ist dabei maßgeblich auf die eigene PV-Erzeugung zurückzuführen. Gleichzeitig nutzt der Haushalt günstige Preisphasen, um den Speicher zu laden und den Betrieb flexibler Verbraucher gezielt in diese Zeitfenster zu verlagern. Das zeigt: Auch ohne Wärmepumpe oder E-Auto lassen sich Einsparpotenziale dynamischer Stromtarife nutzen.
Was den Unterschied macht
Eine pauschale Antwort darauf, wie viel sich mit einem dynamischen Stromtarif sparen lässt, gibt es nicht. Wie stark sich die Börsenpreise auf die individuelle Stromrechnung auswirken, hängt vom jeweiligen Verbrauchsprofil, der eigenen PV-Erzeugung und davon ab, wie flexibel Strombezug zeitlich verschoben werden kann.
Die beiden Beispiele verdeutlichen jedoch, wo der größte Hebel liegt: Dynamische Tarife entfalten ihr Potenzial vor allem dort, wo Tarif, Speicher und Verbrauch nicht isoliert betrachtet, sondern aufeinander abgestimmt werden. Intelligentes Energiemanagement ist dabei eine entscheidende Komponente, um die nötige Flexibilität im Alltag automatisiert und komfortabel nutzbar zu machen.


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