SiS is back

Neuer Chipsatz als direkte Konkurrenz für VIA?

Nachdem VIA schon seit einiger Zeit auf dem Athlon-Sektor die

Anzeige
Zügel mehr oder weniger fest in der Hand hält, schiebt sich nun
SiS mit einem „All-in-one“ Chipsatz für AMD-Prozessoren auf den
Markt. Wo AMD selbst eigentlich nur Vorreiter mittels den AMD-750
und -760 Chipsätzen sein will, damit andere Hersteller diesen Weg
beschreiten können, hat SiS nun mit dem SiS730 eine recht ordentliche
Arbeit abgeliefert. Neben der Unterstützung von „gewöhnlichem“ SDRAM
(leider kein DDR-SDRAM, was aber zur Zeit ja noch kein Nachteil sein
muss) können auch 133MHz als auch 100MHz FSB-CPUs angesprochen werden.
Des weiteren sind in dem Silizium integriert: PowerNow! von AMD,
synchron und asynchroner Speichertakt, bis zu 1.5GB SDRAM adressierbar,
AGP 4x inkl. Fast Writes, 4x PCI Bus-Master mit 33MHz, 2x UDMA/100
Anschlüsse, Grafikbeschleuniger mit bis zu 64MB Shared Memory,
PCI-Audiosteuerung mit 6-Kanal-Sound sowie SPDIF Digital-Ausgang
und sogar einer Fast-Ethernet 10/100 Netzwerksteuerung.

Prinzipiell ist diese Lösung gar nicht übel. Der Chip beinhaltet
all das, was man benötigt: ein schnelles IDE-Interface, integriertes Soundsystem
und sogar eine Netzwerkkarte. Und dank einem zusätzlichem AGP-Port
kann die enthaltene Standardgrafik auch durch ein schnelleres Board
ersetzt werden. Dadurch vermittelt der SiS730 eher weniger den Eindruck
eines reinen Low-Cost-Systems. Preislich gesehen bestimmt eine Alternative
zu Intel und Co., doch wie siehts in Sachen Stabilität und Performance
aus?

In früheren Tests zeichnete sich recht deutlich ab, dass nur Intel in der Lage
war, stabile Chipsätze für ihre eigenen Produkte zu entwerfen. Auch
Treiber waren immer vorhanden. Heutzutage kann man das nicht mehr so
pauschalisieren. Das Referenzboard von SiS lief laut Angaben von
Tom’s Hardware Guide
ohne Probleme. Leider sind aber immer noch sehr wenig Treiber für die
eigene Hardware aufzutreiben. Einzig einen AGP-Treiber und Grafiktreiber
findet man bei SiS.

Bei den Benchmarks kann man sagen, dass die integrierten Grafikfunktionen
sich eher bescheiden benehmen und man besser auf den externen AGP-Slot
und einer GeForce zurückgreifen sollte, was aber ja auch zu vermuten war.
Im direkten Vergleich zwischen dem SiS730 und dem KT133 von VIA merkt
man zwar deutlich messbare Unterschiede, welche sich jedoch bei der
Anwendung selbst eigentlich nicht auswirken. Ob jetzt Quake mit 100
oder aber mit 110 Frames pro Sekunde läuft, dürfte so ziemlich egal
sein.

Fakt ist jedoch, dass SiS mit dem 730er Chipsatz eine recht passable
„All-in-one“ Lösung gezaubert haben, die nicht nur preiswert ist, sondern
auch noch in der Leistung mithalten kann. Dank dem externen AGP-Anschluss
sind somit noch einiges an Reserven herauszuholen. Schade ist jedoch,
dass kommende Speicher wie DDR-SDRAM nicht vom SiS730 unterstützt werden,
was sich vielleicht ein wenig negativ auf die aktuellen Kaufentscheidungen
des Gamers auswirken könnte. Für den Normalbetrieb reicht diese Konfiguration
aber allemal aus.

Und damit die Intel-Freunde nicht ganz leer ausgehen, bringt SiS
natürlich auch die Unterstützung von Sockel370-Systemem mittels
des SiS630 und SiS635.

Quelle: Tom's Hardware Guide

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.