Macht Apple beim GHz-Rennen mit?

Angeblich wird bald 1,6GHz G5-Prozessor hergestellt

Apple hat auf dem Consumermarkt ein großes Problem. Die Rechner sind meist teurer als vergleichbare PCs mit Prozessoren von AMD oder Intel, können dafür aber nur mit Prozessoren zwischen 500 und 866MHz aufwarten. In der Vergangenheit versuchte Apple vergeblich, dem Anwender klarzumachen, dass der Takt nicht gleichbedeutend mit der Performance ist. Und in der Tat, der G4-Prozessor ist in vielen Bereichen schneller als ein höher getakteter Pentium oder Athlon. Doch noch immer wissen das die meisten Privatanwender nicht und kaufen lieber einen günstigeren, höher getakteten Athlon oder Pentium 4 Rechner statt einen Macintosh. Die fragwürdige Hochpreispolitik tat ihr übrigens: Apple kann mittlerweile nur noch auf einen verschwindend geringen Marktanteil von weniger als 10% verweisen.

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Zumindest bei den Taktraten könnte Apple demnächst zu AMD und Intel aufschließen. Einem unbestätigtem Bericht von The Register zufolge soll Motorola die Entwicklung des G5-Prozessors abgeschlossen haben und ihn demnächst in die Produktion geben. Motorola ist Apples Chiplieferant und zeichnet sich für die Entwicklung der Prozessoren verantwortlich. Apple-nahe Quellen sollen angeblich Rechner mit 800, 1000, 1200, 1400 und 1600MHz bestätigt haben. Um so hohe Taktraten zu erreichen, verlängerte Motorola u.a. die Pipeline des 64Bit-Prozessors von sieben auf zehn Stufen. So eine Verlängerung geht gewöhnlich einher mit einer sinkenden Pro-MHz-Leistung. Bestes Beispiel dafür ist der Pentium 4 mit seiner 20-stufigen Pipeline.

Im Gegensatz zu den hochgezüchteten Athlon und Pentium 4 Prozessoren soll der G5 ein erstaunlich kühler Rechner sein – wie man es von den Gx-Prozessoren gewohnt ist. Der 58 Millionen Transistor-Chip (Pentium 4 42Mio) soll bei 1,4GHz nur 26W Abwärme erzeugen. AMDs Palomino erzeugt bei gleichem Takt 64W, der Pentium 4 74W, ein gedachter Pentium III 33,8W und ein 533MHz G4 17W. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass Motorola vermutlich nicht den Maximalwert beim G5 angegeben hat, die vier Vergleichswerte sind jedoch das mögliche Maximum.
Möglich macht diesen niedrigen Stromverbrauch neben der 0,13µ-Fertigung vor allem die Silicon-on-Insulator Technik (SOI).

Der schnellste Prozessor nützt nichts, wenn er über einen lahmen Bus mit dem System kommunizieren muss. Daher steigert Motorola den Bustakt auf 400MHz und möchte als Hauptspeicher DDR-RAM nutzen. Sinnvoll ist so ein schneller Bus in Verbindung mit DDR-RAM allerdings nur mit schnellem PC3200 Speicher. Dieser soll aber erst 2003 auf den Markt kommen.

Und 2003 könnte durchaus der reale Erscheinungstermin des Prozessors sein:
Motorola bzw. Apple gerieten in der Vergangenheit vor allem deswegen in die Schlagzeilen, weil angekündigte Produkte nicht lieferbar waren. Die c’t brachte es in einem Artikel vom April 2000 auf den Punkt: „[…] nachdem Apple die Modellreihe endlich auf den Stand der Ankündigung vom vergangenen Sommer bringen konnte„.
Der 500MHz G4 mußte zurückgezogen werden und kam schließlich mit sechs Monaten Verspätung auf den Markt. Auch nach dem 500MHz-Debakel konnte Apple des öfteren die schnellsten Rechner nicht bzw. nicht in ausreichender Stückzahl liefern. Es bleibt also abzuwarten, wann wirklich erste G5-Rechner auf den Markt kommen. Wir gehen nicht davon aus, dass man sie innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate sehen wird.

Quelle: The Register

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