Chips könnten bald teurer werden

Auf die Halbleiterbranche könnte Kostenlawine zurollen

Die Halbleiterbranche hat ein Problem: Während die Produktzyklen, sprich die Lebensdauer eines aktuellen Produkts auf dem Markt, immer kürzer werden, steigen die Kosten für Entwicklung und Produktion immer weiter an. Rüstete man noch vor kurzem die Fabriken nur alle drei Jahre mit der neusten Technik aus, so wechselt man die teuren Geräte heute schon alle zwei Jahre. Gleichzeitig wird die Technik immer komplizierter, was die Gerätekosten explodieren läßt.

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Wohin das einmal führen könnte, haben jetzt Experten der Gerätehersteller in einer Diskussion aufgezeigt. Bis zu $40Mrd könnte 2025 eine einzige Chipfabrik kosten. Zum Vergleich: Heutzutage bewegen sich die Kosten zwischen $2 und $5Mrd. Intel weist für seine zur Zeit über ein Dutzend Fabriken einen aktuellen Wert von etwas über $18Mrd aus. Im für Intel sehr gut verlaufenen Jahr 2000 machte der extrem profitable Chiphersteller bei einem Umsatz von ca. $34Mrd einen Gewinn von $10,5Mrd. Das ist nur gut ein Viertel dessen, was 2025 eine einzige Fabrik kosten soll.

Was das auch für die nahe Zukunft bedeutet, ist klar: Es werden nur die finanzstärksten Chiphersteller überleben, der Wettbewerb wird zurückgehen. Außerdem werden sich die Hersteller neuen Konzepten zuwenden müssen. Mit immer höheren Taktraten dank kontinuierlich verringerter Strukturbreiten kann man nicht mehr lange rechnen. Die Prozessorhersteller haben das erkannt und arbeiten schon an Konzepten bzw. haben diese teilweise sogar schon umgesetzt. So beherrscht der Serverprozessor Intel Xeon eine Technik, dank der sich ein einziger Prozessor wie ein Dualprozessorsystem verhält. Die Systemleistung steigt dadurch ohne größere Anstrengungen, wie z.B. Takterhöhungen, an.

Einige gehen davon aus, dass Moore’s Law nicht von irgendwelchen physikalischen Grenzen gebrochen wird, sondern von den ökonomischen Zwängen der Halbleiterhersteller. Die seit Jahrzehnten gültige Aussage (Moore’s Law) des Intel-Mitgründers Gordon Moore besagt, dass sich die Anzahl der Transistoren der Chips alle 18 Monate verdoppelt.

Quelle: SiliconStrategies

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