Neue Entwicklungen um den Pentium4

SiS658 und Granite Bay im Zeitplan, Prescott mit beschleunigtem FSB

Durch den in den Ende 2002 bevorstehenden Start der neuen Generation von AMD CPUs Opteron und Athlon mit Clawhammer Kern könnte Intel unter erheblichen Druck geraten. Der Pentium 4 „Northwood“ soll zwar spätestens Anfang nächsten Jahres auch mit Taktraten von 3GHz erhältlich sein, jedoch ist nicht sicher, ob Intel die Führung im Leistungskrieg halten kann.

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Die volle Leistung können Pentium 4 Systeme derzeit nur auf RDRAM Mainboards entfalten. Da diese bei 533MHz FSB PC1066 RIMMs benötigen, Intel den i850E aber nicht offiziell dafür ausgelegt, will SiS diese Marktlücke füllen. Der SiS 658 soll im vierten Quartal diesen Jahres erscheinen und mit Dual Channel PC1066 RDRAM den Pentium 4 mit 533MHz FSB ausreizen können. Der Chipsatz wird PC1066 offiziell und PC1200 inoffiziell unterstützen.

Die Southbridge SiS963 kann mit integrierten IEEE1394 (Firewire) und USB 2.0 als zeitgemässe Lösung gelten. Wenn Boards mit diesem Chipsatz auch in RIMM 4200 Versionen angeboten werden, könnten diese auch bei den Kosten sehr gut mit Zweikanal DDR-SDRAM Boards mithalten, wenn nicht gar preiswerter werden.

Auf der Computex hat sich Intel endgültig festgelegt, vorerst auf DDR-SDRAM zu setzen. Gigabyte zeigte als Ergebnis der neuen Strategie ein Mainboard mit dem für Ende des Jahres erwarteten Chipsatz „Granite Bay“. Diese Lösung soll mit Zweikanal PC2700 DDR-SDRAM die durch den langsam auslaufenden i850/i850E entstehende Leistungslücke füllen. Durch die hohe Anzahl an Leitungen bei Zweikanal DDR-SDRAM Speicherschnittstellen werden die fertigen Boards jedoch keine Sonderangebote sein. Allein die nun ingesamt 128 Datenleitungen machen das Design von Board und Chipsatz komplex und nicht sonderlich preiswert. Hier hat Zweikanal RDRAM mit nur 32 Datenleitungen bei ähnlichem Leistungspotenzial eindeutig die besseren Karten.

Des weiteren gab Intel einige Interna zum Springdale bekannt. Mainboards mit diesem Chipsatz sollen im zweiten Quartal 2003 debütieren. Der Chipsatz ist mit Zweikanal PC2700 DDR-SDRAM als leistungsfähige Lösung für den Northwood-Nachfolger Prescott gedacht. Es gab längere Zeit Gerüchte über einen möglichen FSB800 des Prescott. Da sich die Einführung von PC3200 im DDR-II Format verzögert, wird gesagt, dass der Prescott vorerst nur mit FSB667 geplant ist.

Der Springdale soll neben dem Zweikanal DDR-Speicherinterface noch eine andere Neuerung im MCH bieten: Eine der direkten Anbindung von Netzwerkcontrollern dienende Schnittstelle namens „Communications Streaming Architecture“ (CSA). Diese Schnittstelle für schnelle Gigabit Ethernet LAN-Controller soll 2 Gigabit schnell sein und damit den PCI-Bus als Flaschenhals in der Southbridge umgehen. Als Nebeneffekt wird damit auch eine Überlastung der Verbindung zwischen South- und Northbridge allein durch das hohe Datenaufkommen durch den LAN-Controller vermieden.

Eine weitere Neuerung wird der I/O Controller Hub 5 (ICH5) sein, der mit Support für Serial ATA schmalere Verbindungskabel zu Massenspeichern ermöglicht. Der USB Controller im ICH5 ist mit 8 USB2.0 Ports ebenfalls gut für zukünftige Erweiterungen gerüstet.

Tiefergehende Informationen über den Prescott wollte Intel wohl mit Bedacht auf die AMD Hammer Familie nicht bekannt geben. Der Prozessor wird in einem 0,09µm Prozess gefertigt werden und soll mit 1MB L2 Cache ausgestattet sein. Ob in Hyperthreading in der Verkaufsversion aktiviert sein wird, oder nicht, steht noch nicht fest. Über die Taktraten kann man ebenfalls nur spekulieren. Da Intel schon mit dem Northwood die 3GHz Barriere überschreiten will, wird der Prescott sicher mit einer noch höheren Startfrequenz verkauft werden.

SiS658 Dualchannel RDRAM Chipsatz, klicken für Grossansicht Gesamtmainboard.
Entwicklersample Granite Bay Mainboard von Gigabyte

Quelle: Anandtech

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