Intel stoppt Entwicklung für RDRAM

Zweikanal DDR-SDRAM ab Mitte 2003 in allen Plattformen

Vor dem Intel Developer Forum am Anfang dieser Woche konnte die Firma Rambus noch gute Nachrichten verbreiten: Intel wird in den nächsten Monaten den i850E Chipsatz offiziell für schnelles PC1066 RDRAM validieren. Dies war bis jetzt aus verschiedenen Gründen noch nicht geschehen. Die Freude bei Rambus war jedoch nur von kurzer Dauer, da Intel nun endgültig beschlossen hat, die RDRAM-Technologie in den eigenen Produkten auslaufen zu lassen. Intel will sich in Zukunft wie die Wettbewerber auf die konventionelle DDR-SDRAM Speichertechnik konzentrieren. Um keine Leistungseinbußen gegenüber Zweikanal-RDRAM hinnehmen zu müssen, werden nach einem Dokument von Intel Schritt für Schritt sogar die Desktop Plattformen mit zweikanaligem DDR-SDRAM ausgerüstet. Mit dieser Entscheidung werden zukünftige Chipsätze und Hauptplatinen durch den stark gestiegenen Pincount der Chipsätze und den deutlich höheren Platinenplatzbedarf teurer oder die Integrationsdichte muss gesenkt werden.

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Der Trend geht immer mehr hin zur Miniaturisierung und erhöhter Integration der PC-Plattform. Während durch diese Anforderungen überall der Trend in Richtung Serialisierung der Übertragungswege anhält, geht Intel mit der Entscheidung pro zweikanaligem DDR-SDRAM den entgegengesetzten Weg. PCI-Express, USB, Firewire, schnelles Ethernet, Serial ATA und nicht zuletzt Rambus DRAM sind allesamt serielle Konzepte. Durch diese Art der Datenübertragung kann man wertvollen Platinenplatz, unzählige Leitungen und nicht zuletzt Kosten sparen und die Komplexität von Hardware deutlich verringern. Die Entscheidung pro parallel angesteuertem zweikanaligem DDR-SDRAM hat jedoch neben der hohen Leistung auch Nachteile für den Kunden: komplexere Chipsätze, entweder Hauptplatinen mit niedrigerer Integrationsdichte oder teurere Hauptplatinen und zu guter Letzt werden wieder mindestens zwei Speichermodule für ein lauffähiges System benötigt.

Den derzeit noch für den Sockel 603-Xeon gefertigten i860 Dualprozessorchipsatz mit RDRAM wird Intel nicht mehr mit PC1066 Support ausstatten. Verständlich, da noch im 4. Quartal 2002 der Nachfolgechipsatz „Placer“ erwartet wird. Schlüsselmerkmale dieses Chipsatzes sollen AGP 3.0 (mit AGP 8x), PCI-X und zweikanaliges PC2100 DDR-SDRAM sein. Für Workstations mit nur einer CPU soll der E7205 „Granite Bay“ ebenfalls noch dieses Jahr erscheinen. Auch dieser Chipsatz setzt auf zweikanaliges DDR-SDRAM. Mitte nächsten Jahres wird zum Start der neuen auf dem P4-Modelle mit Prescott-Kern der „Springdale“ Chipsatz bereitstehen, der dann erstmals zweikanaliges DDR-SDRAM auch für den Desktop Markt bringen soll. Dieser Chipsatz soll dann auch Serial-ATA Support in der ICH5-Southbridge mitbringen.

Als Nischenprodukt soll es den i850(E)-Chipsatz angeblich noch bis 2005 (!) geben. Da dieser Chipsatz im Vergleich zum aktuellen dualchannel-RDRAM Chipsatz SiS R658 jedoch schon leicht veraltet wirkt, wird er wohl keine grosse Zukunft mehr haben.

RDRAM Speichermodul ohne Heatspreader

Quelle: EBNews

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