AMD erneut mit hohem Verlust

Umsätze gingen deutlich zurück - ClawHammer vermutlich erst später

Die wirtschaftliche Seite von AMD leidet. Im Gegensatz zu Marktführer Intel musste AMD im abgelaufenen dritten Quartal diesen Jahres einen nicht unerheblichen Rückgang beim Umsatz hinnehmen, was zu einem höheren Verlust geführt hat. Der Umsatz ging im Vergleich zum zweiten Quartal 2002 um 15% zurück und betrug etwas mehr als 508 Millionen US-Dollar. Im dritten Quartal des Vorjahres, mit dem ebenfalls gern verglichen wird, lag der Umsatz sogar um 34% höher. Da ist es kein Wunder, dass AMD mit $254 Mio. den empfindlichsten Quartalsverlust seit einigen Jahren verzeichnet.

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Robert J. Rivet, AMDs Chief Financial Officer, kündigte dann auch “aggressive actions“ für das vierte Quartal an, ohne diese jedoch genauer auszuführen. Ziel ist es, den sogenannten “breakeven point“ so weit zu senken, dass man wieder Gewinne einfahren kann. Das läuft auf Kostensenkung und Sparmaßnahmen hinaus. In einer Telefonkonferenz gab AMD an, dass der Breakeven derzeit bei einem Umsatz von $875 Mio. liegt. Wenn man im zweiten Quartal nächsten Jahres einen Umsatz von $775 Mio. erreichen kann, würde man wieder Gewinne erzielen.

Die Verkaufserlöse für AMDs PC-Prozessoren gingen um 31% von $380 Mio. im zweiten auf $262 Mio. im dritten Quartal zurück. Dies liegt zum einen an geringeren Stückzahlen und zum anderen an niedrigeren Verkaufspreisen der CPUs. Man gab zu, dass die Herstellung die Abverkäufe überstieg und damit auch “auf Halde“ produziert wurde.
Die Produktion der Athlon XP Prozessoren ist mittlerweile komplett auf die Fertigung in 130nm Technologie umgestellt. Aus AMDs Fab30 in Dresden kommen nur noch Wafer aus dem 130nm Prozess.
Leider scheint sich die Massenfertigung der kommenden Hammer-CPUs weiter zu verzögern. Mitte der ersten Jahreshälfte 2003 sollen die ersten Modelle für den Handel ausgeliefert werden. Die Strategie hat sich auch etwas verschoben. AMD konzentriert sich nun offenbar verstärkt auf den Opteron für den Workstation- und Server-Markt. Hier sieht man eine Chance, Intel größere Marktanteile abzunehmen. Der neue Athlon auf Basis des Barton wird Anfang 2003 den Desktop-Bereich abdecken. Mit dem ClawHammer wird man wohl erst in der zweiten Jahreshälfte rechnen dürfen. Genauere Angaben und eine neue Roadmap will AMD am 7. November präsentieren.

Hier die Umsatz- und Gewinnentwicklung der beiden Konkurrenten AMD und Intel seit Anfang 2000 im Überblick:

Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2000 Intel $7993 Mio $2696 Mio
AMD $1092 Mio $189 Mio
2.2000 Intel $8300 Mio $3137 Mio
AMD $1170 Mio $207 Mio
3.2000 Intel $8731 Mio $2509 Mio
AMD $1207 Mio $219 Mio
4.2000 Intel $8702 Mio $2193 Mio
AMD $1175 Mio $178 Mio
1.2001 Intel $6677 Mio $485 Mio
AMD $1188 Mio $125 Mio
2.2001 Intel $6334 Mio $196 Mio
AMD $985 Mio $17,4 Mio
3.2001 Intel $6545 Mio $106 Mio
AMD $766 Mio – $187 Mio
4.2001 Intel $6983 Mio $504 Mio
AMD $952 Mio – $16 Mio
1.2002 Intel $6781 Mio $936 Mio
AMD $902 Mio – $9 Mio
2.2002 Intel $6319 Mio $446 Mio
AMD $600 Mio – $185 Mio
3.2002 Intel $6504 Mio $686 Mio
AMD $508 Mio – $254 Mio

Weitere Informationen zu AMDs Ergebnis entnehmt bitte der Pressemitteilung.

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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