Reaktionen auf 3DMark-Vorwürfe

Mitarbeiter von ATI und nVidia beziehen Stellung zu Cheat-Vorwürfen

Mit der Veröffentlichung des Build 330 Patches für den 3DMark03 hat Futuremark am Freitag den Grafikchip-Herstellern mehr oder weniger heftige Betrugsversuche unterstellt. Insbesondere nVidia ist ins Fadenkreuz der Benchmark-Entwickler geraten, da der Detonator FX Treiber den 3DMark03 identifiziert und an offenbar acht Stellen die Szenen anders berechnet als Futuremark es vorgesehen hatte. Aber auch eine ATI Radeon 9800 Pro erzielt in der gepatchten Version des 3DMark03 ein niedrigeres Ergebnis, allerdings in weniger dramatischen Ausmaßen als bei einer GeForce FX5900 Ultra. Jetzt sind die ersten Reaktionen aus den Häusern nVidia und ATI eingetroffen.

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Dabei handelt es sich allerdings noch nicht um “offizielle“ Stellungnahmen der beiden Unternehmen, es sind lediglich Anmerkungen einzelner Mitarbeiter. Im Falle von nVidia blieb dieser sogar anonym.
Dieser stellte die von Futuremark gezogenen Schlüsse in Frage. “Da nVidia nicht am Beta-Programm von Futuremark teilnimmt (eine Teilnahme kostet Hundertausende von Dollar), haben wir nicht die Gelegenheit, gemeinsam mit Futuremark an den Shader-Programmen zu arbeiten, wie wir es sonst mit richtigen Anwendungsentwicklern tun“, sagte der Repräsentant von nVidia. “Wir wissen nicht, was sie getan haben, aber es sieht so aus, als wenn sie absichtlich ein Szenario erzeugt haben, das unsere Produkte schlecht aussehen lässt.“

Man darf wohl davon ausgehen, dass in dieser Schlammschlacht noch nicht der letzte Dreck geworfen worden ist. 🙁

Christ Evenden, Public Relation Director bei ATI, sagte zu den Vorwürfen: “Die 1,9% Leistungsgewinn beruhen auf der Optimierung von zwei DirectX 9 Shadern (Wasser und Himmel) in Game Test 4. Wir berechnen die Szene exakt so, wie Futuremark es beabsichtigt, mit voller Gleitkommagenauigkeit (full-precision floating point). Unsere Shader sind mathematisch und funktionell identisch mit denen von Futuremark und es gibt keine visuellen Artefakte. Wir tauschen lediglich Befehle aus, um unsere Architektur richtig auszunutzen. Dies ist exakt die gleiche Art von Optimierungen, die in Spielen angewendet wird, um die Bildwiederholrate zu steigern, ohne die Bildqualität zu reduzieren. So ist das ein realistischer Ansatz für einen Benchmark, der die Spiele-Performance messen will. Aber wir sehen auch, dass dies benutzt werden kann, um die Legitimität der Benchmark-Ergebnisse in Frage zu stellen. Deshalb werden wir sie aus unseren Treibern so bald wie möglich entfernen. Wir erwarten, dass sie aus der nächsten Version der Catalyst-Treiber verschwunden sind.“

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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