Rambus stellt XDR DRAM vor

Angeblich schnellster Speicher der Welt soll ab 2005 erhältlich sein

Die kalifornische Technologieschmiede Rambus hat gestern gemeinsam mit den Speicherherstellern Toshiba und Elpida XDR DRAM vorgestellt, angeblich der schnellste Speicher der Welt. XDR DRAM basiert auf einer Weiterentwicklung von Direct Rambus DRAM (DRDRAM) und wurde bereits im Herbst 2001 von Rambus unter dem Codenamen ‚Yellowstone‘ angekündigt. Das XDR in der Bezeichnung steht dabei für “eXtreme Data Rate“, denn nach Angaben der Hersteller ist ein ’normales‘ XDR DRAM Speichermodul (XDIMM) achtmal schneller als heutiges DDR400 SDRAM. Dies bezieht sich allerdings nur auf die effektive Taktrate und nicht die Gesamtleistung.

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Bekanntlich werden bei DDR-Speicher durch die “Double Data Rate“ Technologie zwei Bits pro Takt und Leitung übertragen, was dieser Technik ihren Namen einbrachte. Dadurch erhöht sich der effektive Takt von z.B. 200MHz auf 400MHz, weswegen man von DDR400 SDRAM spricht, obwohl der Speicherbus nur mit 200MHz taktet.
Bei XDR DRAM werden dagegen pro Takt sogar acht Bits übertragen (Octal Data Rate – ODR). Da allerdings der Speicherbus nicht 64bit breit ist wie bei DDR SDRAM, sondern nur 16bit wie noch bei DRDRAM, ist der Leistungsunterschied insgesamt nicht ganz so groß, wie man zunächst annehmen könnte. XDR DRAM soll laut Rambus anfangs als 3.2-GHz-Bausteine auf den Markt kommen, d.h. mit einer realen Taktfrequenz des Speicherbus von 400MHz.
Die folgende Tabelle verdeutlicht die Unterschiede der Speicherarten.

Speicher XDR
3.2 GHz
RDRAM
PC800
RDRAM
PC1066
DDR333 DDR400 DDR-2 533
DRAM-Chiptakt 400 MHz 400 MHz 533 MHz 166 MHz 200 MHz 266 MHz
Bits pro Takt 8 2 2 2 2 2
Modul Speed 3.2 GHz 800 MHz 1.06 GHz 333 MHz 400 MHz 533 MHz
Busbreite 16 bit 16 bit 16 bit 64 bit 64 bit 64 bit
Einzelmodul
Bandbreite
6.4 GB/s 1.6 GB/s 2.1 GB/s 2.7 GB/s 3.2 GB/s 4.2 GB/s

Die (theoretische) Bandbreite eines einzelnen XDIMM Moduls ist also doppelt so hoch wie bei DDR400 SDRAM.
Nachdem es zunächst nur Rambus-Speicher war, der in Dual-Channel Konfigurationen auftrat, setzt sich diese Technik mittlerweile immer mehr auch bei DDR SDRAM Modulen durch. So erhöht sich natürlich entsprechend die Speicherbandbreite gegenüber den in der Tabelle nur für Einzelmodule angegebenen Werten. XDR SDRAM geht hier noch einen Schritt weiter, denn man kann diese nicht nur mit zwei, sondern sogar mit bis zu acht Kanälen verwenden.

Nach Angaben von Rambus werden erste Muster von XDR DRAM im nächsten Jahr verfügbar sein. Die Massenproduktion soll 2005 aufgenommen werden.
Anfangs soll XDR DRAM nicht als PC-Hauptspeicher eingesetzt werden, denn dort wird diese Bandbreite kaum benötigt. Man rechnet eher mit der Verwendung in Netzwerk-Equipment und Spielkonsolen, eventuell auch auf Grafikkarten. Sony hat die XDR Technologie bereits Anfang diesen Jahres lizensiert und könnte diesen Speicher möglicherweise in der PlayStation3 einsetzen, deren Einführung in 2005 erwartet wird.

Aufgrund des noch recht frühen Zeitpunkts in der Entwicklung von XDR DRAM ist es derzeit noch nicht möglich, verlässliche Aussagen über die zu erwartende Akzeptanz des Marktes oder sogar Preise diesen Speichers zu machen. Neben Toshiba und Elpida hat Rambus offenbar aber auch noch Samsung mit an Bord, was immerhin eine breite Produktionsbasis bedeutet. Ob Intel nach Direct Rambus DRAM auch XDR DRAM für seine Plattformen im Plan hat, ist noch nicht bekannt.

Quelle: Rambus

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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