AMD vs Intel: Beweise 2006

Beweismaterial aus Durchsuchungen soll offen gelegt werden

Die Beweise, die bei Durchsuchungen der Büroräume von Intel K.K. als auch von japanischen OEM-Herstellern im April 2004 sichergestellt wurden, sollen am 16. März 2006 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies hat der Tokyo District Court heute beschlossen. Die Rechtanwälte von AMD Japan wollen dieses Beweismaterial als Teil ihrer Klage vom 30. Juni 2005 gegen Intel Japan vorlegen.

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Mit dieser Entscheidung wird es jedem interessierten möglich, Einsicht in die zusammengetragenen Unterlagen zu nehmen und sich ein Bild vom Prozess und den Geschäftspraktiken von Intel Japan zu machen.

Dem Chipgiganten wird vorgeworfen, durch Ausnutzung seiner Monopolstellung und illegale Geschäftspraktiken den Marktanteil von AMD in Japan von etwa 24 Prozent im Jahr 2002 auf etwa 11 Prozent im Jahr 2003 zu drücken. Hierbei sollen unter anderem spezielle Rabatte angeboten worden sein, wenn Marken-PCs ausschließlich mit Intel-Prozessoren ausgestattet wurden.

Am 8. März 2005 wurde von der japanischen Wettbewerbsbehörde (FTC) eine Verwarnung gegen Intel Japan ausgesprochen. Darin wurde vorgeworfen, dass Intel gegen Abschnitt 3 des Japanischen Anti-Monopol Gesetzes verstoßen hatte. Eine Strafe wurde aber nicht verhängt, unter der Voraussetzung, dass Intel seine Praktiken ändere. Dies wurde von entprechenden Auflagen begleitet.

Zur Entscheidung, dass die bei den Untersuchungen zusammengetragenen Beweismaterialen veröffentlich werden wird Thomas M. McCoy, AMD Executive Vice President, Legal Affairs and Chief Administrative Officer, folgendermaßen zitiert: „Die heutige Entscheidung des Gerichts ist wegweisend, indem die Wahrheit über Intels gesetzeswidriges Handeln kurz vor der Offenlegung steht. Wir wissen diese vernünftige Entscheidung des Gerichts sehr zu schätzen. Wir glauben, dass von dieser Entscheidung, weltweit eine eindeutige Botschaft ausgeht, wonach Intel nicht hoffen darf, die Wahrheit über seine wettbewerbswidrigen Geschäftspraktiken weiterhin verbergen zu können; weder vor dem Gesetz noch vor jedem einzelnen PC-Anwender, der ein Recht auf Aufklärung hat. Wir sind sicher, dass die Beweise der JFTC verdeutlichen werden, was die Fachleute bereits wissen – Intel missbraucht seine Monopolstellung, um OEMs mit Drohungen und Einschüchterungen davon abzuhalten, Geschäftsbeziehungen zu AMD aufzunehmen.

Die Zukunft der Computernutzung in einer Weltwirtschaft, die mehr und mehr von der Prozessortechnologie abhängig ist, steht auf dem Spiel. PC-Anwender in der ganzen Welt sind durch Intels illegaler Ausnutzung seiner Markposition beeinträchtigt, in dem höhere Preise, ein verminderter Zugang zu Innovationen sowie eine eingeschränkte Wahlfreiheit in Kauf genommen werden müssen.”

Quelle: Pressemitteilung

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