Radeon nutzen für CPU-Aufgaben

ATI ermöglicht Folding@Home auf Radeon X1900, X1950 Grafikkarten

Die Universität Stanford in Kalifornien hat eine neue Software herausgegeben, mit der Radeon X1900 und X1950 Grafikkarten für das verteilte Rechnen (Distributed Computing) des Folding@Home Projekts genutzt werden können. Bislang wurden dafür nur die Prozessoren der PC-Systeme der Projektteilnehmer verwendet. ATI unterstützt das Ganze mit einem neuen Grafiktreiber, dem Catalyst 6.10 Beta.

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Das Folding@Home Projekt der Stanford University arbeitet ähnlich wie das bekannte SETI@Home Projekt, indem es bestimmte Aufgaben von Computern der Teilnehmer aus aller Welt berechnen lässt. Lediglich der Zweck ist ein anderer, nämlich nicht die Suche nach Außerirdischen, sondern um die Entstehung und mögliche Heilungsansätze diverser Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson zu erforschen.
Die neue Software für Radeon X1900 Grafikkarten arbeitet nach Angaben des Projektleiters 20- bis 40-mal schneller als die bisherige Lösung für CPUs. Dabei nutzt man vor allem die Leistung der Pixel Shader Einheiten des Grafikchips, deshalb werden andere Grafikkarten mit deutlich weniger Pixel Shader Units (noch) nicht unterstützt, weil der Leistungszuwachs einfach nicht groß genug ist. Man arbeitet aber derzeit daran, vielleicht in einem Monat auch Radeon X1800 Grafikkarten zu unterstützen. Diese werden aufgrund der geringeren Zahl an Pixel Shader Einheiten aber nur halb oder ein Drittel so schnell für Folding@Home arbeiten können als die Radeon X1900 Grafikkarten. Weiterhin ist auch eine Lösung für Dual-VGA Systeme geplant, um die Leistungsfähigkeit von zwei Grafikchips in einem System auszunutzen.
nVidia Grafikkarten werden definitiv nicht unterstützt, weil es hier neben der geringeren Zahl an Pixel Shader Einheiten auch noch andere technische Grenzen gibt, die dazu führen, dass die Berechnungen für Folding@Home sehr langsam ablaufen.
Zum Anlass der neuen Folding@Home Software für die Radeon X1900 Grafikkarten hat ATI den neuen Catalyst 6.10 Beta-Grafiktreiber für Windows XP veröffentlicht, der diese Software unterstützt. Alternativ wird der Catalyst 6.5 für Folding@Home empfohlen, wohingegen die Catalyst 6.8 und 6.9 nicht funktionieren und die Catalyst 6.6 und 6.7 zwar gehen, aber nur mit stark eingeschränkter Rechenleistung.
Neben Folding@Home unterstützt der ATI Catalyst 6.10 Beta als erster offizieller Grafiktreiber von ATI die im August angekündigten Radeon X1950 Grafikkarten.

Quelle: Beyond3D

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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