ASUS und Gigabyte trennen sich

Geplantes Joint-Venture abgesagt bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben

Anfang August des letzten Jahres noch verkündeten ASUS und Gigabyte stolz ihr Joint-Venture in Form von „Gigabyte United“, einem gemeinsamen Unternehmen, das von ASUS gefertigte Hardware unter dem Markennamen Gigabyte anbieten sollte. Gestern haben sich beide Hersteller überraschend wieder getrennt. Begründet wurde der Schritt mit der bei Kunden und Zulieferern entstandenen Verunsicherung über diese Zusammenarbeit von zwei der größten taiwanesischen Mainboard- und Grafikkartenhersteller.

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ASUS hatte schon eine eigentlich für Anfang dieses Jahre geplante Investition von umgerechnet fast 120 Millionen US-Dollar in Gigabyte United nicht geleistet. Trotzdem hat Gigabyte bereits seine Bereiche Kühlung, Handys und Notebooks in das Joint-Venture transferiert. Angeblich soll Gigabyte United nun als Tochterunternehmen weitergeführt werden, möglicherweise unter einem anderen Namen.
Nach Angaben eines Sprechers von Gigabyte waren Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kunden besorgt über Unabhängigkeit von Gigabyte, so dass das Unternehmen entschied, seine Marke weiter allein fortzuführen. Ein ASUS-Sprecher sagte dazu, man respektiere die Entscheidung von Gigabyte, man halte sich aber die Möglichkeit einer erneuten Zusammenarbeit in der Zukunft offen.
Noch auf der CeBIT hatten diverse andere Mainboard-Hersteller hinter vorgehaltener Hand das Joint-Venture als „erfolgreichen Coup“ von ASUS bezeichnet, denn dadurch konnte man die Produktion von Gigabyte übernehmen. Zuvor hatte der chinesische Hersteller Foxconn für Gigabyte gefertigt. Wer zukünftig die Produkte für Gigabyte herstellt, ist nicht bekannt, aber vermutlich wendet man sich wieder dem alten Partner zu. Ob möglicherweise auch Foxconn zum Scheitern des Joint-Ventures beigetragen hat, um weiterhin für Gigabyte fertigen zu können, wird wohl nie ganz geklärt werden können.

Quelle: HKEPC

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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