ATI XGP kommt im Januar

Externe Grafikeinheit mit Radeon HD 3870 für Notebooks kostet 299 Euro

Die Gerüchte hatten sich zuletzt verdichtet, heute nun hat AMD zusammen mit Fujitsu Siemens die „eXternal Graphics Platform“, kurz: XGP, für Januar angekündigt. Dann soll der schon vor langer Zeit vorgestellte „Amilo Graphics Booster“ zum Preis von 299 Euro erhältlich sein. Intern arbeitet das Gerät mit ATI Mobility Radeon HD 3870 Grafik und 512 MByte GDDR3-Speicher und soll 3D-mäßig eher langsamen Notebooks bei Spielen auf die Sprünge helfen.

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Anwendungsgebiet von ATI XGP sind Notebooks mit integrierter Grafik und schwacher 3D-Leistung. Schließt man das externe Modul an, soll die Grafikleistung um 500 bis 900 Prozent gesteigert werden.
Die ATI XGP ist mit einem Dual-Link DVI und einem HDMI-Anschluss sowie zwei USB 2.0 Ports ausgestattet. Damit können zwei weitere Monitore sowie z.B. auch Maus und Tastatur, externe Festplatte oder Blu-ray Laufwerk angeschlossen werden.
Der Anschluss erfolgt über ein spezielles PCI-Express-Kabel, das bis zu 2 Meter lang sein darf. Die Bandbreite entspricht x8 PCI Express 2.0. Bislang verfügt nur das Fujitsu Siemens Amilo Sa3650 (13,3-Zoll, Turion X2 Ultra ZM-86 2,4 GHz und ATI M780G Chipsatz mit integrierter Radeon HD 3200 Grafik) über einen solchen Anschluss. Weitere Modelle dieser Marke sollen folgen. Ob und wann auch Notebooks anderer Hersteller diesen Anschluss bekommen, sagte AMD noch nicht.
Grund für die Verzögerung der Einführung von ATI XGP war laut AMD die Software bzw. der Treiber. Aber nun ist das Modul Hotplug-fähig, d.h. man kann es einfach anstecken und sofort nutzen, ohne dass ein Neustart notwendig ist. Das Gerät besitzt auch keinen Power-Knopf. Es schaltet sich automatisch selbst an, wenn es an ein laufendes Notebook angeschlossen wird. Sollte der Laptop in den Sleep-Mode fallen oder ausgeschaltet werden, schaltet sich auch ATI XGP ab.
Momentan wird nur die Bildschirmausgabe auf einem an das Modul angeschlossenen Monitor beschleunigt. AMD arbeitet derzeit an einer Erweiterung namens „CrossDisplay“, die im ersten Quartal des nächsten Jahres per einfachem Treiber-Update aktiviert werden soll. Dann soll auch die 3D-Grafik auf dem Notebook-Display oder auf einem an den Laptop angeschlossenen Monitor beschleunigt werden können.

AMD betonte, dass ATI XGP nur der Einstieg in diesen Bereich sei. Im Gegensatz zu anderen Lösungen dieser Art habe man auch ein marktreifes Produkt geschaffen. [Anmerkung der Redaktion: Man denke nur an die externen Module von ASUS und MSI, die nie auf den Markt kamen.] AMD arbeitet natürlich bereits an der nächsten Generation, für die man sich Optionen wie die volle Unterstützung von PCIe 2.0 und eSATA-Anschluss offen halte.

Man darf gespannt sein, wie AMDs Lösung vom Markt angenommen wird. Durch die Beschränkung auf zunächst nur ein einzelnes Notebook-Modell und den recht hohen Preis von 300 Euro für das Modul dürften die Verkaufszahlen zumindest anfangs sehr gering sein. AMD wird darauf angewiesen sein, weitere Notebook-Hersteller von seiner Idee überzeugen zu können. Zumal Fujitsu Siemens als PC-Hersteller nach dem Rückzug von Siemens aus diesem Joint-Venture keine Zukunft hat.

Übrigens: Wer auf die Idee kommt, man könne den „Amilo Graphics Booster“ später selbst auf einen leistungsfähigeren Grafikchip aufrüsten, wird enttäuscht sein. AMD sagte, das sei nicht vorgesehen. Das Gerät ist zum Einen mit einer mobilen Grafikeinheit versehen und zum Anderen sind die thermischen Eigenschaften dieses kompakten Moduls auf den enthaltenen Grafikchip abgestimmt. AMD könne sich aber vorstellen, dass ATI XGP in Zukunft in verschiedenen Konfigurationen auf den Markt kommt, z.B. mit zwei Grafikchips im CrossFire-Modus.

Notebook mit Amilo Graphics Booster
Leistungszuwachs mit ATI XGP
Amilo Graphics Booster
Amilo Graphics Booster
Anschluss und Kabel
Multi-Monitor-Setup
CrossDisplay: Notebook-TFT beschleunigt
CrossDisplay: An Notebook angeschlossener TFT beschleunigt

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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