Intel schließt Fabs, streicht Jobs

Anlagenschließung: 5000 - 6000 Stellen betroffen, Quartalsverlust droht

Nach über 21 Jahren mit einem Rekordquartal nach dem anderem droht Intel im ersten Quartal dieses Jahres erstmals wieder ein Verlust. In einem internen Memo an seine Mitarbeiter hat Intel-Chef Paul Otellini letzte Woche gewarnt: „Wir werden nicht einfach in sechs Monaten aufwachen und alles wird rosig sein.“ Ob man im aktuell laufende Quartal wieder die Gewinnzone erreicht, sei nicht vorhersehbar. Mittlerweile hat Intel bekannt gegeben, einige Anlagen zu schließen um Kosten zu senken.

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Im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen aufgrund der aktuellen Marktlage, sprich: sinkender Nachfrage und damit nicht ausgelasteter Produktionsanlagen, sollen im Laufe dieses Jahres zwei Fabs in Malaysia und eine auf den Philippinen geschlossen werden. Außerdem wird die Produktion in der Fab 20 in Oregon und der Anlage D2 in Kalifornien gestoppt. Bei allen Fabs handelt es sich um ältere Anlagen. Die aktuelle Fertigung in 45 Nanometer sowie die Ende dieses Jahres geplante Umstellung auf 32nm Strukturbreite ist nicht betroffen.
Betroffen sind allerdings 5000 bis 6000 Mitarbeiter weltweit. Laut Intel sollen aber nicht alle die Firma verlassen müssen. Einigen sollen andere Positionen an anderen Standorten angeboten werden.

Letzte Woche hatte Intel bereits einen Gewinneinbruch von 90 Prozent für das vierte Quartal hinnehmen müssen. Für das aktuelle erste Quartal wollte Intel keine offizielle Prognose abgeben. Intern plant man mit einem Umsatz von 7 Milliarden US-Dollar, das wären 28 Prozent weniger als im ersten Quartal des letzten Jahres. Analysten rechnen immer noch mit einem Profit, auch wenn der mit rund $229 Mio. vergleichsweise gering ausfallen soll. Intel-Chef Otellini ist das allerdings „too close to call“, also zu unsicher um vorauszusehen.
In dem internen Memo meinte Otellini auch, dass er Mails von Mitarbeitern erhalten habe, in denen diese lieber Gehaltskürzungen hinnehmen statt dass sie oder andere Mitarbeiter entlassen würden. „Wir werden uns auf jeden Nickel [5 Cent] fokussieren“, schrieb er in dem Memo. „Jeder Dollar zählt.“

Quelle: Intel

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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