LED-Tätowierungen möglich

Auch Einsatz an Kleidung möglich

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat einen Weg gefunden kleine Lichtemitter und -Sensoren in flexible Folien einzuweben. Diese Folien sind so klein, dass sie unter menschliche Haut implantierbar sind und so beispielsweise leuchtende Tätowierungen möglich machen. Das Projekt gelang durch einen Brückenschlag aus organischen und anorganischen Materialien: Man verband die Flexibilität organischer OLEDs mit der Leuchtkraft elektronischer Komponenten. Primär sind Schnittstellen zum menschlichen Körper das Ziel, bestätigt John Rogers von der Universität Illionois.

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Erst die Mischung organischer und anorganischer Komponenten macht diese Vielseitigkeit möglich. Rein organische LEDs würden sich beispielsweise schlecht für die Implementation eignen, weil anorganische LEDs besser Helligkeitswerte, mehr Verlässlichkeit und Haltbarkeit und Wasserundurchlässigkeit bieten.

Laut Rogers ähnelt der Herstellungprozess einer Briefmarke: Man nimmt eine Art Folie, an der die LEDs dann wie an einer klebrigen Briefmarke haften bleiben und gleichzeitig geschützt sind. Jede LED ist nur 100 Mikrometer breit, etwa so dick wie ein menschliches Haar und 2,5 Mikrometer dick. In Demonstarationen setzte man die LEDs bereits in Blätter, Pinselköpfe und auch in ein Blatt Papier. Laut Rogers habe man schließlich alles mögliche ausprobiert, bis es den Studenten langweilig wurde, denn nichts war unmöglich.

Über Lichtsensoren ist es sogar möglich bei verschiedenen Entfernungen zu anderen Objekten mehr oder weniger Licht abzugeben. Auf diese Weise könnte man etwa Chirurgen helfen präzise Abstände im menschlichen Körper abzuschätzen, während sie operieren.

Bis die Technik allerdings so ausgereift ist, dass sie großflächig nutzbar wäre, sollen noch 5 bis 10 Jahre vergehen.

Quelle: Discover

André Westphal

Redakteur

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