Kinderarbeit bei Samsungs Zulieferern?

Anschuldigungen treffen das koreanische Unternehmen

Samsung sieht sich mit Anschuldigungen konfrontiert, die Kinderarbeit bei seinen Zuliefererbetrieben in China unterstellen. Der koreanische Hersteller nimmt die Anschuldigungen laut eigenen Aussagen sehr ernst und will seine gesamten Zuliefererbeziehungen in China überprüfen. Neben Kinderarbeit sollen generell unmenschliche Arbeitsbedingungen in den Zuliefererbetrieben herrschen. So spricht die US-Organisation China Labor Watch nach einer Untersuchung vo n erzwungenen, massiven und unbezahlten Überstunden sowie allgemein fragwürdigen Arbeitsumgebungen.

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Laut Samsung habe man bereits ein Untersuchungsteam nach China gesendet, um die Vorwürfe direkt bei den Zulieferern zu prüfen. Speziell HEG Electronics in Huizhou will man unter die Lupe nehmen, denn dort soll Kinderarbeit stattfinden. HEG Electronics hat die Anschuldigungen öffentlich zurückgewiesen, aber „Probleme beim Management und versteckte Sicherheitsmängel“ eingeräumt. Samsung selbst gibt zu, dass man bereits festgestellt habe, dass in HEG Electronics Werken die in China rechtlich zulässige Überstundenzeit von neun Stunden pro Woche teilweise überschritten werde. China Labor Watch behauptet, einige Arbeiter hätten dort mehr als 100 Überstunden pro Monat geleistet. Angesichts der massiven Vorwürfe räumte auch Fu Yongkai, Manager bei HEG Electronics, ein, dass einige Mitarbeiter zu viel gearbeitet hätten. Von über 100 Stunden Mehrarbeit pro Monat oder gar unbezahlten Überstunden will man aber in der Führungsriege nichts wissen.

Weitere Vorwürfe treffen Samsungs Zulieferer Tianjin Intops Co. und Tianjin Chaarmtech Electronics Co. Beide Firmen zahlen zwar den chinesischen Mindestlohn, dieser sei aber so gering, dass die Arbeiter sich quasi zu Überstunden genötigt fühlten. Samsung selbst unternehme dagegen nichts und biete keinerlei Gelegenheit für die Arbeiter sich zu beschweren oder allgemein zur Situation zu äußern.

Samsungs Sprecher haben nun erklärt Samsung werde die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern in China ausgiebig prüfen und auswerten, um Verbesserungen zu erwirken. Betriebe, welche sich nicht an die chinesichen Bestimmungen bzw. Samsungs Anforderungen halten, sollen aus der Zuliefererkette ausgeschlossen werden.

Bleibt natürlich zu hoffen, dass es sich hier um einen ehrlichen Besserungsversuch und nicht um ein reines Lippenbekenntnis bzw. PR-Schadensbegrenzung handelt.

Quelle: ChinaDaily

André Westphal

Redakteur

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