Apple: Zweifache Entschuldigung

Erste Ausfertigung für Samsung missfiel dem Gericht

Apple verlor im Vereinigten Königreich in einem Prozess gegen Samsung. In Folge erhielt Apple von dem Richter Colin Briss bereits im Juli die Auflage sich dafür zu entschuldigen, dass der Konzern mehrere von Samsungs Produkten als „Imitate“ bezeichnet hatte. Apple wurde verpflichtet sowohl auf der eigenen Website als auch in britischen Printmedien eine Entschuldigung für die Vorwürfe zu veröffentlichen, um Samsungs Ruf zumindest teilweise wieder herzustellen. Die „Entschuldigung“ erschien Ende Oktober, entsprach allerdings nicht den Anforderungen des Gerichts – jetzt soll eine zweite Version folgen.

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Übersetzt las sich die erste Auflage der Entschuldigung wie folgt:
„Am 9. Juli 2012 hat der High Court of Justice of England and Wales entschieden, dass Samsungs Galaxy Tab 10.1, Tab 8.9 und Tab 7.7 nicht Apples eingetragene Designs verletzen.

Die ausgesprochene Einfachheit des Apple-Designs ist auffällig: Ebene Flächen mit einer Platte aus Glas, ein sehr dünner, schmuckloser Rand und abgerundete Ecken. Das Design sieht aus wie ein Objekt, dass man hochnehmen und halten will. Es handelt sich um ein schlichtes, glattes und einfaches Produkt. Es ist ein cooles Design.

Der Gesamteindruck des Galaxy Tablets ist hingegen folgender: Von der Vorderseite betrachtet gehören die Galaxy Tabs zur Apple-Design-Familie. Samsungs Geräte sind jedoch nur sehr kleine, fast substanzlose Mitglieder jener Familie mit ungewöhnlichen Details auf der Rückseite. Sie haben nicht das gleiche Understatement und extreme Einfachheit, durch das sich das Apple-Design auszeichnet. Sie sind nicht so cool.

Obwohl sich das Urteil auf die gesamte Europäische Union erstreckt, wurde Samsung in Deutschland aufgrund des gleichen Vorwurfs – dem Kopieren des iPad-Designs – schuldig gesprochen. Auch von einer US-Jury wurde Samsung mit mehr als einer Milliarde in Strafzahlungen als schuldig empfunden, Apples Design zu verletzen.“

Wie man leicht herausliest, handelt es sich im Grunde um keine Entschuldigung, sondern nur eine Wiedergabe des Inhaltes des Gerichtsurteils mit der klaren Ansage, dass Apple der Ansicht des Gerichts widerspricht. Folglich beanstandete das britische Gericht den im Oktober veröffentlichten Text und fordert nun eine Korrektur. Außerdem bemängelte man, dass Apple den Text nur auf einer Unterseite, nicht aber auf der Startseite der Apple-Website veröffentlicht hatte. Auch die Schriftgröße sei nicht ausreichend gewesen – man wirft Apple vor den Text absichtlich unscheinbar präsentiert zu haben.

Apple hat auf die Vorwürfe reagiert und erklärt man habe dem Konzern schließlich eigenen Spielraum bei der Wortwahl gelassen. Wann und ob nun eine zweite Auflage der „Entschuldigung“ folgt, ist offen.

Quelle: Eigene

André Westphal

Redakteur

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