Microlab Solo 15 - Seite 3

High-End Stereo-System für PCs für ca. 100 Euro

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Film- & Musikwiedergabe

Beim Sound von Boxen dieses Herstellers gibt es nach dem B-77 keine Überraschungen – und das ist auch gut so: Wie der kleine Bruder beweist das Microlab Solo 15 speziell bei der Film- und Musikwiedergabe Stärke. Die Lautsprecher eignen sich wesentlich besser für die Musikwiedergabe als alle uns bekannten und preislich vergleichbaren Boxen anderer Hersteller. So erzeugen die Solo 15 einen sehr warmen, organischen Klang, ohne zu stark in das Klangbild einzugreifen. Somit hängt bei den Solo 15 die Qualität der Wiedergabe vom Ausgangsmaterial ab und genau so soll es bei guten Boxen sein.
Tendenziell hat Microlab beim Solo 15 die Bässe und Höhen etwas stärker betont, trotzdem sind die Mitten immer noch sehr präsent und der Höreindruck bleibt sehr authentisch.
Basslastige Alben wie die Sneaker Pimps mit „Bloodsport“, Massive Attack mit „Mezzanine“ und Unkle mit „Never, Never Land“ klingen natürlich nicht so kräftig wie mit einem 2.1-System, wo der Subwoofer Druck macht. Trotzdem sind die Bässe für ein reinrassiges Stereo-System sehr gelungen. Spröder Indie wie Andy Yorke mit „Simple“, Youth Group mit „Skeleton Jar“ oder Wheat mit „Hope and Adams“ kommt auf den Solo 15 wunderbar zur Geltung. Selbst klassische Musik und Filmsoundtracks, etwa Samuel Barber mit „Souvenirs, OP. 28“ , Philip Glass mit „Glassworks“ und Howard Shore mit den Soundtracks zur „Herr der Ringe“-Trilogie, hinterlassen auf den Solo 15 bleibenden Eindruck. Wo andere Systeme Details verschlucken, profilieren sich die Microlab-Lautsprecher erst. Hier hat der Hersteller wirklich nicht zu viel versprochen, so dass die Solo 15 gerade für Musik-Fans am PC erste Wahl sind. Nur wer fast ausschließlich basslastiges Material wie Club Music, Hip Hop oder Techno hört, dürfte mit einem 2.1-System mit dediziertem Subwoofer besser beraten sein.


Microlab Solo 15 – Seitenansicht

Bei der Filmwiedergabe schlägt sich das Microlab Solo 15 sowohl bei dialoglastigen Dramen („Ides of March“) als auch Action-Filmen („The Avengers“) ebenfalls wacker. Wie schon bei der Musikwiedergabe ermöglicht ein 2.1-System natürlich mehr Bass. Aber als reines Stereo-System gibt sich das Solo 15 im Vergleich mit der direkten Konkurrenz bereits druckvoll. Viel ist hier sicherlich den separaten Hoch- und Tieftönern sowie den Bassreflex-Tunneln zu verdanken.
Die Abgrenzung zwischen Dialogen, Effekten und Musik ist sehr gelungen, auch wenn Surround-Systeme für Filme natürlich erste Wahl sind. Trotzdem zaubert das Solo 15 generell ein ausgewogenes Klangbild und erzeugt im Rahmen seiner Stereo-Möglichkeiten eine saubere, räumliche Abbildung.

André Westphal

Redakteur

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