Google vs. EU Kommission

Weiterhin Vorwurf des Missbrauchs der Marktstellung

Google und die EU Kommission sind keine Freunde. Das ist an sich nichts Neues, doch die Vorwürfe des Missbrauchs der Marktmacht des Suchmaschinen-Anbieters setzen sich fort. Aktuell droht Google ein Bußgeld in Milliardenhöhe. In einem internen Memo ist sich Google keiner Schuld bewusst und spricht stattdesen von „sehr enttäuschenden Nachrichten“. Amit Singhal, Googles Leiter der Abteilung für Suchmaschinen, bestreitet vor allem die Vorwürfe der EU Kommission, die sich auf den Shopping-Bereich beziehen. Google habe hier aufgrund der mächtigen Konkurrenz durch Amazon und eBay gar nicht die Möglichkeiten den unterstellten Schaden anzurichten.

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Spannend ist, dass Google gerade in Europa noch stärker dominiert, als in den USA: In Europa hält Google bei den Suchmaschinen einen Marktanteil von 90 %. In den USA dagegen sind es „nur“ 67 %. Es gibt allerdings umgekehrt auch Kritik am Vorgehen der EU Kommission: Der Medienjournalist Jeff Jarvis ist der Ansicht, die Kommission handele nicht im Sinne der Bürger, sondern vielmehr durch Anregungen der Konkurrenzunternehmen Googles. Zugleich wirft Jarvis Europa veralteten Protektionismus vor, während gleichzeitig im europäischen Raum innovative Konkurrenten für US-Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon und Co. fehlen.

Google hat nun zehn Wochen Zeit, um auf die Vorwürfe der EU Kommission zu reagieren und Angebote zu machen, um seine Services zu überarbeiten. Als maximale Strafe drohen ansonsten bis zu 6,6 Mrd. Euro. Das wäre selbst für den Internet-Giganten kein Pappenstiel.

Quelle: Tagesschau

André Westphal

Redakteur

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