PC-Portierungen – Stiefkinder der Entwickler?

"Batman: Arkham Knight" als besonders trauriges Beispiel

Der PC ist insgesamt gesehen international die größte Gaming-Plattform der Welt: Egal ob Browser- und Social-Games, Gelegenheitsspiele, Online-Multiplayer-Titel oder Core-Games – fast jeder Mensch spielt privat auch an seinem Rechner. Zumindest im Bereich der Core-Games verdienen die Publisher und Entwickler jedoch mit Konsolenspielungen deutlich mehr Geld. Zumal die Sicherheit vor Raubkopien viele Studios lockt. Deswegen sind schlechte Portierungen für PC-Gamer leider nichts Unbekanntes. Traurigster Beweis der letzten Jahre: „Batman: Arkham Knight“.

Anzeige

Wir haben bereits berichtet, dass Warner Bros. und Rocksteady die PC-Version des neuesten Batman-Abenteuers sogar aus dem Verkauf gezogen haben. Dies ist eine große Sache, denn diese Verfahrensweise ist für einen derartigen Triple-A-Titel wohl einmalig. Jetzt sind über die Entwicklung zudem Besorgnis erregende Details bekannt geworden: Demnach hätten die Verantwortlichen für die PC-Version, Iron Galaxy, lediglich acht Wochen Zeit gehabt, um den Port zu erstellen. Gerade einmal zwölf Personen sollen an „Batman: Arkham Knight“ für den PC gearbeitet haben. Sollten die Angaben stimmen, wäre dies eine traurige Bilanz, die zeigen würde, wie wenig Publisher mittlerweile auf den PC-Markt wert legen.

Tatsächlich sind die Konsolen meistens die Lead-Plattformen, da es leichter ist Spiele nachträglich für die überlegene Leistung von Gaming-PCs anzupassen als umgekehrt für die schwächere Hardware der Konsolen am Ende noch zu optimieren. Zudem winken bei Konsolenspielen nicht nur höhere Gewinnmargen, sondern auch besserer Schutz vor Raubkopien. Dennoch ist der Fall „Batman: Arkham Knight“ ein extremes und auch peinliches Beispiel – warb doch etwa der Grafikkartenhersteller Nvidia vor Veröffentlichung offensiv mit den PC-exklusiven GameWorks-Effekten. Nun bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel nicht Schule macht. Zumal offen ist, wann „Batman: Arkham Knight“ erneut auf den Markt kommen könnte. Vorbesteller und bisherige Käufer sind zurecht enttäuscht und schlagen sich mit enormen Performance-Problemen und Grafik-Bugs herum.

Quelle: Eigene

André Westphal

Redakteur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.