Apple: Werbung soll Kreditwürdigkeit einbeziehen

Konzern sichert sich ungewöhnliches Patent

Apple hat sich laut United States Patent and Trademark Office (USPTO) ein ungewöhnliches Patent gesichert. Die Antragsdokumente zeigen, dass Apple offenbar plant indviduelle Werbung auf Basis der Kreditwürdigkeit der Adressaten zu schalten. Der Inhalt des Patentantrages überrascht, da CEO Tim Cook erst kürzlich die Wichtigkeit von Privatsphäre und Datenschutz betont bzw. bekräftigt hatte, dass Apple seine Kundendaten nicht an Werbemacher weitergeben werde.

Anzeige

Zumindest beschreibt Apple im Antrag ein System, das Kunden spezifische Werbeanzeigen mit Produkten anbietet, welche die potentiellen Käufer sich laut Apples Daten auch leisten können. Sprich, wer besonders kreditwürdig ist, erhält vielleicht Werbung für Luxus-Karossen, während bei jemandem, der knapp bei Kasse ist Discounter-Spots erscheinen. Dabei soll das System die potentielle Liquidität der Nutzer an dem Status ihrer Kreditkarten bemessen.

Tatsächlich erscheint das Konzept für Werbemacher sehr attraktiv. Denn auf diese Weise wird nicht nur einbezogen, was Kunden sich möglicherweise wünschen, sondern auch, was sie sich überhaupt leisten könnten. Auch Online-Shops könnten laut Apple davon profitieren und den Nutzern vorrangig entsprechend günstigere oder teurere Produkte anzeigen.

Wer nun bereits erzürnt ist: Apple beschreibt die Teilnahme an einem derartigen Programm im Patent als freiwillig. Zudem würde man die ermittelnden Kreditkarten-Informationen wohl nicht direkt an Werbemacher weitergeben, sondern nur als verschlüsselte Daten auf den jeweiligen mobilen Endgeräten speichern, um die Werbeanzeigen anzupassen. Ähnlich funktionieren aktuelle, individuelle Werbeanzeigen ebenfalls bereits. Auch ist offen, ob Apple aus dem Patent jemals ein Produkt entwickeln könnte. Allerdings ist spannend, dass die Inhalte des Antrags direkt Aussagen Tim Cooks widersprechen, der sich zuvor gegen derartige Machenschaften ausgesprochen hatte. Es ist daher überraschend, dass man intern trotzdem so intensiv an der Auswertung von Kundendaten zu Werbezwecken bzw. für Dritte tüftelt – selbst wenn es sich vermutlich vorerst nur um Gedankenspiele handeln sollte.

Quelle: BusinessInsider

André Westphal

Redakteur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.