AMD Radeon R9 Nano vorgestellt

Kompakt-Grafikkarte ist ein High-End Modell mit Fiji-Vollausbau

Wie erwartet hat AMD heute die Radeon R9 Nano offiziell vorgestellt. Allerdings dauert es noch rund zwei Wochen, bis die neue, auf Mini-ITX-Systeme ausgelegte Grafikkarte im Handel verfügbar sein wird. Etwas überraschend positioniert AMD die kompakte Nano als absolute High-End Karte und ruft den gleichen Preis auf wie für das Topmodell, die Radeon R9 Fury X: 649 US-Dollar.

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Dafür basiert die Radeon R9 Nano aber auch auf dem Fiji Grafikchip im Vollausbau, d.h. es gibt die volle Anzahl Shader- und Textur-Einheiten sowie 4 GByte HBM-Speicher an der 4096-bit-Schnittstelle. Um die maximale Verlustleistung von 275 auf 175 Watt zu bekommen, wurde allerdings der Chiptakt gesenkt (der Speichertakt bleibt gleich). Statt 1050 MHz wie bei der Radeon R9 Fury X gibt AMD für die R9 Nano offiziell lediglich „bis 1000 MHz“ an. Auf Nachfrage erklärte der Hersteller, dass die typische Taktrate ungefähr bei 900 MHz liegen dürfte – abhängig von der Ventilation im Gehäuse und der verwendeten Software. Im Ergebnis führt dies laut AMD dazu, dass die R9 Nano etwa auf dem Leistungsniveau der R9 Fury (ohne X) liegt – auch wieder abhängig von der jeweiligen Software.
Insgesamt vergleicht AMD die Radeon R9 Nano aber lieber mit der R9 290X und nennt dafür folgende Zahlen:

  • 40 % kürzer als die 290X
  • bis zu 30 % schneller als die 290X
  • 20°C kühler als die 290X
  • 30 % weniger Stromverbrauch als die 290X
  • 16 dB(A) leiser als die 290X

Als Betriebstemperatur der Radeon R9 Nano nennt AMD 75°C – auf diese ist die Kühlung der Grafikkarte eingestellt. Angaben zu Lüftergröße und Drehzahlen gab es allerdings zunächst noch nicht. Das berüchtigte „Throttling“ soll aber erst ab 85°C greifen, d.h. erst ab dann werden die Taktraten heruntergeregelt, um Schäden an der Karte zu vermeiden.
Akustisch soll die R9 Nano bei rund 42 dB(A) liegen – was laut AMD der Geräuschkulisse in einer Bibliothek entspricht.
Auch wenn die Nano mit ihrer Platinenlänge von lediglich 6 Zoll primär für Mini-ITX-Systeme gedacht ist (die nur einen PCIe-Steckplatz haben), so unterstützt die Grafikkarte trotzdem CrossFire (ohne Bridge) und den Parallelbetrieb von bis vier Nano gleichzeitig. Wer ein High-End System mit diesen Karten aufbauen will, kann es also problemlos machen.

Die Spezifikationen der AMD Radeon R9 Nano mit dem direkten Vergleich zu R9 390 und 390X sowie R9 Fury und Fury X sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

AMD Radeon R9 390 R9 390X R9 Fury R9 Fury X R9 Nano
Grafikchip Grenada Pro Grenada XT Fiji Pro Fiji XT Fiji XT
Fertigung 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm
Transistoren 6,2 Mrd. 6,2 Mrd. 8,9 Mrd. 8,9 Mrd. 8,9 Mrd.
Chiptakt 1000 MHz 1050 MHz 1000 MHz 1050 MHz bis 1000 MHz
Shader-Einheiten 2560 2816 3584 4096 4096
Textureinheiten 160 176 224 256 256
ROPs 64 64 64 64 64
RAM-Schnittstelle 512 bit 512 bit 4096 bit 4096 bit 4096 bit
Speichertakt 1500 MHz 1500 MHz 500 MHz 500 MHz 500 MHz
Bandbreite 384 Gbit/s 384 Gbit/s 512 Gbit/s 512 Gbit/s 512 Gbit/s
Speicher 8 GByte GDDR5 8 GByte GDDR5 4 GByte HBM 4 GByte HBM 4 GByte HBM
max. TDP 275 W 275 W 275 W 275 W 175 W
Preis ab ca. $ 329 $ 429 $ 549 $ 649 $ 649
Stand: 27.8.2015

Nach Ansicht von AMD hat man damit drei verschiedene Fiji Grafikkarten für unterschiedliche Anwender im Angebot. Radeon R9 Fury X und Nano als die beiden Flaggschiffe sowohl für große als auch kleine Gehäuse und die R9 Fury (ohne X) als etwas günstigere Lösung.

Die AMD Radeon R9 Nano wird zunächst nur im Referenzdesign erhältlich sein, später allerdings sollen die Hersteller auch eigene Modelle anbieten können. Dann sind auch Nano Karten mit DVI-Anschluss denkbar, falls ein Hersteller dies für sinnvoll erachtet. Momentan ist die Kompaktkarte mit dreimal DisplayPort und einmal HDMI (1.4) ausgestattet.
AMD gibt als Verfügbarkeit für die Radeon R9 Nano die Woche ab dem 7. September an.

AMD Radeon R9 Nano
Radeon R9 Nano onboard
Radeon R9 Nano Platine
Vergleich mit R9 290X
Features und Aufbau
Kühleraufbau
Konkurrenzsituation
Benchmarks

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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