Nvidia verschiebt wegen vollem Lager?

Angeblich zuviele Grafikchips vorrätig wegen falscher Planung

Nachdem Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang kürzlich erklärt hatte, dass es mit der Einführung der nächsten GeForce-Generation noch dauern werde, wird nach einer Erklärung gesucht. Eine mehr oder weniger plausible Begründung kommt nun aus inoffiziellen Quellen. Demnach habe Nvidia noch zuviele Grafikchips auf Lager und wolle diese erstmal abverkaufen, bevor man neue bringt.

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Angeblich hätte einer drei großen Nvidia-Partner in Taiwan kürzlich sogar 300.000 Grafikchips zurückgehen lassen, weil sich diese nicht mehr verkaufen lassen. Dabei kann es sich eigentlich nur um ASUS, Gigabyte oder MSI handeln.

Außerdem würde Nvidia wohl aggressiv GDDR5-Speicherbausteine kaufen, was darauf hindeutet, dass man in der Tat zuviele GPUs vorrätig habe und diese mit dem entsprechenden RAM ausstatten müsse.

Grund für diese schlechte Planung sei eine Fehleinschätzung des Mining-Booms. Der Wert der Kryptowährungen ist in den letzten Wochen und Monaten stark nach unten gegangen, so dass sich Mining für viele nicht mehr wirklich lohnt und deshalb keine Grafikkarten mehr dafür nachgefragt werden.

Allerdings kann man dagegen halten, dass 300.000 GPUs nicht wirklich eine hohe Zahl ist, da Nvidia regelmäßig in nur einem Quartal schätzungsweise mehr als 10 Millionen Grafikchips verkauft. Außerdem ist GDDR5 inzwischen nur noch geeignet für Einsteiger- und Mainstream-Grafikkarten, während die für PC-Spieler und Enthusiasten gedachten High-End Modelle auf GDDR5X und bald auch GDDR6 setzen. Und genau auf diesen Martkbereich würde Nvidia mit den ersten GeForce Modellen der nächsten Generation (‚Turing‘) abzielen. Grafikkarten der aktuellen Generation (‚Pascal‘) mit GDDR5 könnten parallel weiter verkauft werden, bis die Zeit dafür reif sei. Dies ist auch die übliche Strategie von Nvidia bei der Einführung einer neuen GeForce-Serie.

Vermutlich gibt es doch eine ganz andere Erklärung dafür, dass sich Nvidia mit ‚Turing‚ noch Zeit lässt. Schließlich ist man auf dem Markt derzeit gut aufgestellt und AMD hinkt mit seinen momentanen Radeon Grafikkarten leistungsmäßig immer noch hinterher, so dass eine weitere Leistungssteigerung auf Seiten Nvidias noch nicht sinnvoll erscheint.

Quelle: SeekingAlpha

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

4 Antworten

  1. Jau sagt:

    Ja ist doch klasse! Beste Voraussetzungen dafür, dass sich irgendwann in mittelfristiger Zukunft die Preise endlich nochmal gen Süden entwickeln. Natürlich muss auch AMD mitspielen, damit der Plan aufgeht. Hoffen wir das Beste!

  2. Hallo Frank,

    eine Frage zu NVIDIA im allgemeinen.
    Vielleicht kennt Ihr ja auch schon den Artikel der HEISE-Redaktion (c´t) zum Thema NVIDIA-NDA :

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/In-eigener-Sache-Nvidia-NDA-als-Maulkorb-fuer-Journalisten-4091751.html

    Habt Ihr die NDA auch bekommen und, wenn ja, wie seid Ihr damit umgegangen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael

    • War mir bekannt, ich kenne die Kollegen in Hannover auch persönlich.
      Wir haben allerdings kein NDA bekommen. Nvidia hat erstaunlicherweise vor einiger Zeit die Arbeit mit uns eingestellt. Keine Ahnung, ob wir ihnen irgendwann mal auf den Schlips getreten sind.

  3. freecbe sagt:

    Manoman,wen wunderts?!schaut doch mal auf die Preise.
    Sehen vor lauter Wald den Baum nicht mehr(kopfschüttel).
    @Michael Ritter: und das kommt noch dazu.

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